Welt : Hilfe für Michael Jackson

Liz Taylor spricht für ihn – und jetzt bemüht er einen Stardetektiv

Matthias B. Krause[New York]

Von Matthias B. Krause,

New York

Während der Star bis auf weiteres unsichtbar bleibt, erhitzt sich die Debatte um den wegen sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagten Sänger Michael Jackson zu Wochenbeginn um weitere Grade. Nachdem am Wochenende Jackson-Fans in aller Welt in Kundgebungen ihre Solidarität demonstrierten, ergriff die erste hochrangige Prominente das Wort zu seinen Gunsten. Hollywood Diva Elizabeth Taylor verbreitete in einer Erklärung die Überzeugung, dass „Michael absolut unschuldig ist und freigesprochen wird". Das Statement kam wenig überraschend, gilt die 71 Jahre alte Schauspielerin doch als eine der engsten Freunde Jacksons in Hollywood. Schon 1993, als der Popstar sich das erste Mal von ähnlichen Vorwürfen freikaufte, half sie ihm mit einer groß angelegten Kampagne.

Mit größerem Interesse notierten die US-Medien deshalb, wie lange Taylor brauchte, bis sie sich endlich zu Wort meldete, nachdem Jackson am Donnerstag vorläufig festgenommen und dann gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Die Schauspielerin begründete ihr viertägiges Schweigen mit ihrer tiefen Abneigung gegen die Presse, die sich widerwärtig verhalte. Auch Jackson selbst ergriff am Wochenende das Wort, allerdings nur über das Internet. Am Sonntag erschien eine neue offizielle Webseite ( www.mjnews.us ), die der Star nutzen will, um mit Fans und Medien zu kommunizieren. Dort nennt er die Anklage „fürchterlich ernst", sie gründe sich allerdings auf einer „großen Lüge". „Das wird sich im Gericht zeigen und dann wir werden diese schreckliche Zeit hinter uns lassen können", schreibt Jackson weiter. Er rät, alle die in den Medien als seine Freunde oder Sprecher aufträten, skeptisch unter die Lupe zu nehmen. Sie erfüllten mit wenigen Ausnahmen nur die Sucht nach Informationen, indem sie Beobachtungen mit Insider-Wissen gleichsetzten. „Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung und Euer Verständnis. Gott segne Euch", heißt es am Ende. Unterdessen diskutieren die Medien neue Details zu dem Fall. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins „Newsweek" begründet sich die Anklage maßgeblich auf die Aussagen eines 13 Jahre alten Jungen gegenüber seinem Psychiater. Der krebskranke Junge hatte sich einen Besuch auf Jackson „Neverland Ranch" gewünscht und war dort auch gemeinsam mit seinem Bruder mehrfach gewesen. Er tauchte danach bereits in einer britischen Jackson-Dokumentation im Februar auf, die für erheblichen Wirbel sorgte, weil der Popstar darin zugab, mit seinen minderjährigen Besuchern in einem Bett zu schlafen. Von Reporter Martin Bashir gefragt, ob er das für richtig halte, antwortete Jackson: „Das ist sehr richtig, das ist sehr liebevoll. Das ist, was die Welt jetzt braucht: mehr Liebe." Als daraufhin wieder die alten Vermutungen hochkochten, sprang die Mutter des 13-Jährigen Jackson zur Seite und beteuerte, es habe keinerlei sexuelle Kontakte gegeben. Wie die „New York Post" berichtet, baut Jacksons Verteidigungsstrategie auf entsprechende Tonbandaufzeichnungen. Nach Informationen des „Independent" in London fanden die Ermittler bei der Durchsuchung der „Neverland Ranch" allerdings Briefe des Popstars an den Jungen, die sie als „Liebesbriefe" einstufen. „Newsweek" berichtet zudem über einen Freund der Familie, der sagt, Jackson habe den Eltern im Frühjahr Geld und Pässe für einen Umzug nach Südamerika angeboten. „Er wollte sie mundtot machen", zitiert das Magazin den Mann.

Nach Informationen des Nachrichtenkanals MSNBC hat der Jackson-Clan mittlerweile einen Privatdetektiv angeheuert, um diskreditierendes Material über Ankläger und Zeugen zu sammeln. Der Mann, ein ehemaliger Polizist in Los Angeles, habe diesen Job hinter den Kulissen bereits in dem Mord-Prozess gegen O.J. Simpson übernommen. Seine Arbeitsweise gilt als ausgesprochen schmutzig. Der Sender zitiert jemanden, der in der Vergangenheit mit dem Privatdetektiv Erfahrungen machte mit den Worten: „Er ist extrem hart. Wenn er mitspielt, muss jeder, der Vorwürfe gegen den Angeklagten ausspricht, verdammt aufpassen."

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