Welt : Hilfe zum Überleben

Viele Organisationen setzen sich für die Interessen von Inuit, Maori und Pygmäen ein

Sarah Kramer

Was haben die Inuit-Eskimos auf Grönland mit den Pygmäen in Zentralafrika, den Bergvölkern in Bangladesch, den Maya in Südamerika oder den Maori auf Neuseeland gemeinsam? Sie alle sind Ureinwohner ihrer Kontinente und zählen zu den indigenen Völkern der Erde. Kulturell heben sie sich deutlich von den dominierenden modernen Gesellschaften der jeweiligen Region ab, haben die unterschiedlichsten Religionen, Sprachen und Traditionen bewahrt. Und sie wurden von ihrem ursprünglichen Territorium vertrieben, kämpfen vielerorts ums Überleben. Am heutigen 9. August rücken das Schicksal und die Zukunft dieser bedrohten Völker in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit: Die Vereinten Nationen (UN) begehen an diesem Tag den „Internationalen Tag der indigenen Völker der Welt“. Wissenschaftler, Menschenrechtsorganisationen und Betroffene diskutieren an dem Tag weltweit über die Belange indigener Völker und blicken auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre zurück. Neben den UN setzen sich vor allem Nichtregierungsorganisationen wie „Survival International“ oder die deutsche „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV) seit Jahren für die Rechte der Ureinwohner ein. Zentrale Forderung ist nach wie vor die verbindliche und uneingeschränkte Anerkennung ihrer Menschenrechte. „Indigene Völker bekommen beispielsweise durch die Abholzung der Wälder oder den Abbau von Bodenschätzen auf ihrem Territorium oft buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen“, berichtet GFbV-Mitarbeiterin Yvonne Bangert. „Sie verlangen deswegen gesicherte Landrechte über ausreichend große Flächen, damit sie dort nach ihren eigenen Traditionen wirtschaften und ihre Lebensweise aufrechterhalten können. Und sie wollen die Art und Weise und das Tempo von Veränderungen selbst bestimmen.“ Kali Mercier von Survival International kennt dieses Ansinnen nur allzu gut: Die Juristin kämpft im afrikanischen Botswana vor Gericht für die Rechte der Stammesvölker Gana und Gwi. „Die Regierung hat sie von ihrem Land vertrieben und hat sie in hässliche Umsiedlungslager gesteckt, wo sie nicht mehr jagen können“, sagt Mercier. Die Entfremdung ende nicht selten im Alkoholismus. „Ein riesiges Problem.“

Auf der internationalen Agenda stehen indigene Völker seit 1995. Sie haben nach jahrelangem Ringen in einem „Ständigen Forum“ der UN eine Plattform gefunden. Auf der jährlichen Konferenz treffen sich Staatenvertreter und Eingeborene in New York.

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