Welt : Hindufest Kumbh Mela: Frist für Luxus-Pilger

Luxus-Pilger beim Hindufest Kumbh Mela in Indien können erst einmal aufatmen. Ein Gericht hat dem Reiseveranstalter Cox & Kings erlaubt, seine teuren Komfortzelte bis zum kommenden Dienstag stehen zu lassen. Ob sie danach umziehen müssen, ist allerdings noch offen, hieß es.

Die Medien spekulieren seit Tagen, dass Stars wie Madonna, Paul McCartney, Demi Moore oder Pierce Brosnan zur gigantischen Kumbh Mela an den Ganges reisen und in den Luxuszelten wohnen könnten. Sie kosten umgerechnet 1000 Mark für zwei Nächte. Ein Sprecher von Cox & Kings sagte nun aber: "Kein Prominenter hat bei uns gebucht." Berichte im Vorfeld des Ereignisses, nach denen zahlreiche Prominente kommen sollten, waren offenbar Propaganda, um zusätzliche Gäste und neugierige Reisende anzulocken.

Das Unternehmen verpflichtete sich allerdings, keine unreligiösen Aktivitäten in den Zelten zuzulassen, um die anderen Pilger nicht vor den Kopf zu stoßen. Das berichteten die indischen Zeitungen am Sonnabend. Cox & Kings war gegen eine Polizeianordnung vor Gericht gegangen, wonach die Zelte sofort hätten abgebrochen werden müssen.

Religiöse Gruppen hatten beklagt, die Luxuszelte widersprächen dem Geist der Kumbh Mela. Der Reiseveranstalter hatte aber bereits versprochen, nur vegetarisches Essen und keinen Alkohol den wohlhabenden Gästen zu servieren.

Die Kumbh Mela, das Fest des Nektarkrugs, ist das größte Pilgerfest aller Zeiten und war am Dienstag eröffnet worden. Bislang haben etwa fünf Millionen Menschen in Allahabad, am Zusammenfluss von Ganges, Jamuna und dem nur in der Mythologie existierenden Strom Saraswati ein Bad genommen, um ihre Sünden abzuwaschen. Einer der größten Badetage findet am heutigen Sonntag statt. Dazu werden acht Millionen Gläubige erwartet. In den nächsten fünf Wochen sollen insgesamt mehr als 30 Millionen Pilger an dem Fest teilnehmen.

Das Massenbad, das am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr beginnen sollte, wird von einem massiven Sicherheitsaufgebot beschützt. Etwa 100 000 Polizisten sollen Ausschreitungen verhindern, aus Angst vor terroristischen Anschlägen ist die Armee mit Hubschraubern und Bombensuchtrupps vor Ort, das Gebiet wird zudem mit Kameras überwacht.

Vor allem werden Auseinandersetzungen von Mönchen rivalisierender Hindu-Gruppen befürchtet. Sie geraten gewöhnlich darüber in Streit, welche Gruppe das Vorrecht auf eine Waschung im Fluss hat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben