Welt : Hitler unterm Hammer

In Cornwall sollen 21 seiner Bilder versteigert werden

Matthias Thibaut

Cornwall - Eine englisches Auktionshaus will im März eine Sammlung von 21 Zeichnungen und Aquarelle von Adolf Hitler im Schätzwert von 100 000 Pfund versteigern. Die Sammlung von Hitlerkunst gehört einem Belgier, der sie angeblich die letzten 70 Jahren in einem Koffer auf dem Dachboden aufbewahrt hat. Sie werden nun von dem Auktionshaus Jeffereys in Cornwall versteigert. Es erhielt den Zuschlag, weil es im Herbst bereits ein Hitler-Gemälde für 5200 Pfund, umgerechnet 7600 Euro, an den Mann brachte.

In England oder den USA ist der Handel mit solchen Hitler-Memorabilia nicht verboten, doch nur kleine Provinzhäuser geben sich damit ab. Für die internationalen Auktionatoren wäre das zu rufschädigend und wegen der relativ geringen Preise auch nicht lohnend. Auf den englischen Ebay-Seiten waren gestern über 600 Objekte mit dem Namen „Hitler“ im Angebot, darunter auch ein Druck nach einem Aquarell mit einem Münchner Motiv von 1914, für das ein gewisser „Dietrich“ am Nachmittag bereits 255 Pfund geboten hatte. Hitler, schrieb der amerikanische Journalist Marc Fisher, sei im Memorabilienhandel der USA so allgegenwärtig „wie Britney Spears“. Deshalb wird die Kunst des deutschen Diktators – penibel in der detailgetreuen Wiedergabe – auch gerne gefälscht.

Bei dem Konvolut, das im März unter den Hammer kommen soll, handelt es sich angeblich um Neuentdeckungen. Der spätere „Führer“ soll die Zeichnungen in seiner Zeit als Frontsoldat in Frankreich gemacht haben. Laut dem „Sunday Telegraph“, der am Sonntag über Fund und Verkauf berichtete, handelt es sich um „unschuldige, naive Zeichnungen“, die nichts von dem Elend des Ersten Weltkriegs oder von Hitlers zukünftiger Rolle als Diktator ahnen ließen.

Das Auktionshaus will noch weitere Tests durchführen, um sicher zu sein, dass es sich nicht um Fälschungen handelt. Besonderen Seltenheitswert haben Hitlerzeichnungen aber nicht. Als 18-Jähriger bewarb er sich um die Aufnahme an der Wiener Kunstakademie und war, den Biografen zufolge, in diesen Jahren ein fleißiger Zeichner. Aber er wurde von der Kunstakademie wegen mangelnden Talentes nicht aufgenommen.

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