Hitzewelle : Brände eingedämmt - Gardasee trocknet aus

Die Feuerwehr hat die Großbrände auf den Kanaren, in Griechenland und Bulgarien weitgehend unter Kontrolle gebracht. In Italien sorgt die enorme Hitze dagegen am Gardasee für andere Probleme.

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Allmählich bekommen die Löschmannschaften die Feuer in den Griff. -Foto: dpa

Hamburg/Las Palmas/Santa CruzIn Italien ist der Wasserstand des Gardasees in Folge der Hitzewelle seit Mitte Juni um 40 Zentimeter gesunken. Der Verkehr mit den Tragflügelbooten musste bereits eingestellt werden, berichtete die Zeitung "La Repubblica". Experten befürchten, dass spätestens Mitte August der gesamte Schiffsverkehr eingestellt werden muss.

Lage auf den Kanaren entspannt sich

Unterdessen sind die verheerenden Waldbrände auf Gran Canaria zumindest weitgehend unter Kontrolle. Wie die spanischen Behörden mitteilten, konnten die mehr als 5000 Inselbewohner, die vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden waren, in ihre Wohnungen zurückkehren.

Auf der Nachbarinsel Teneriffa mussten noch über 9000 Menschen wegen der Brände die Nacht in Sporthallen und anderen Notunterkünften verbringen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Feuerwehr die Flammen bis zum Abend unter Kontrolle bringen wird.

Drittel des Waldbestandes auf Gran Canaria und Teneriffa vernichtet

Die Waldbrände auf beiden Inseln sind nach Erkenntnissen der Lokalbehörden von Brandstiftern gelegt worden. Auf Gran Canaria und Teneriffa brannten insgesamt 35.000 Hektar Wald- und Buschland nieder. Damit wurde nach Angaben der Zeitung "El País" ein Drittel des Waldbestandes der beiden Inseln vernichtet.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ist derweil auf den Kanaren eingetroffen. Der sozialistische Regierungschef will sich ein Bild vom Ausmaß der Schäden machen. Er forderte eine harte Bestrafung von Brandstiftern. Die Löscharbeiten sind durch einen Wetterumschwung erleichtert worden. Die Hitzewelle der vergangenen Tage mit Temperaturen von über 40 Grad flaute merklich ab.

Brandgefahr in Südosteuropa bleibt hoch

Auch in Griechenland und Bulgarien hat die Feuerwehr die Brände inzwischen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Von einer generellen Entwarnung in Südosteuropa kann jedoch nicht geredet werden. "Die Brandgefahr bleibt extrem hoch. Dies gilt vor allem für den Süden und den Westen des Landes", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Bewohnte Regionen werden in Griechenland nicht mehr von den Flammen bedroht. Kleinere Brände waren gestern auf der Mittelmeerinsel Kreta sowie auf der Kykladeninsel Andros ausgebrochen. Die Feuerwehr setzte Löschhubschrauber und Flugzeuge ein, um die Brände zu löschen.

Von den zahlreichen Waldbränden in Bulgarien geht nach Angaben des Innenministeriums vorläufig keine Gefahr mehr aus. Ein Großteil sei durch "Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit" verursacht worden, sagte Innenminister Rumen Petkow. Er räumte auch vorsätzliches Handeln ein. Mehr als 40 Personen sind landesweit wegen Verdachts der Brandstiftung festgenommen worden.

Gewittersturm über Sofia sorgt für Abkühlung

In Bulgarien wüteten seit Jahresbeginn insgesamt knapp 1300 Brände auf einer Gesamtfläche von rund 29.000 Hektar, wie das Amt für Forstwesen in Sofia mitteilte. Das entspricht in etwa der Fläche der Stadt Dortmund. Die Schäden wurden vorläufig auf mindestens 3,132 Millionen Lewa (1,6 Millionen Euro) beziffert. In Westbulgarien regnete es unterdessen erstmals seit mehreren Wochen mit Temperaturen um 40 Grad. Ein Gewittersturm über der Hauptstadt Sofia sorgte neben Stromausfällen auch für Abkühlung: Am Mittag wurden nur 14 Grad gemessen. (mit dpa)

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