Hitzewelle in der Schweiz : Fünfjährige stirbt in abgestelltem Auto

Ein fünfjähriges Mädchen ist in der Schweiz in einem abgestellten Auto gestorben. Bei einer Hitze von mehr als 33 Grad war das Kind offenbar von der Mutter eingesperrt worden.

Robert Klages
Ein Video aus den Schweizer Medien zeigt die Unglücksstelle auf einem Campingplatz im Kanton Tessin. Hier ist eine Fünfjährige in einem abgestellten Auto gestorben. Screenshot solothurnerzeitung.ch
Ein Video aus den Schweizer Medien zeigt die Unglücksstelle auf einem Campingplatz im Kanton Tessin. Hier ist eine Fünfjährige in...Screenshot solothurnerzeitung.ch

In der Schweiz ist ein fünfjähriges Mädchen im Auto der Mutter ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass die Mutter das Kind zurückgelassen hatte. Das Mädchen aus der Deutschschweiz sei trotz Wiederbelebungsversuchen der angerückten Rettungskräfte kurz vor 20.30 Uhr gestorben, teilten die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Tessin am späten Dienstagabend mit. Wie 20min.ch und eine Schweizer Nachrichtenagentur berichten, ereignete sich das Unglück auf einem Campingplatz bei Muzzano im Kanton Tessin. Die Polizei ermittelt derzeit, wie es zu dem Tod des Mädchens kommen konnte.

Wie das italienischsprachige Onlinemedium mattinonline.ch schreibt, war jemand in ein Restaurant in der Nähe des Campingplatzes gestürmt und habe verzweifelt nach einem Arzt gesucht. "Als ich ankam, machte jemand bereits eine Herzmassage. Kurz danach kam der Krankenwagen, und sie versuchten alles, um das Mädchen zu retten", berichtet ein Campinggast. "Zu sehen, wie das Kind in diesem Zustand auf dem Boden liegt, während die Geschwister und die Mutter vor Verzweiflung weinen, das war wirklich schrecklich." Die Mutter habe er noch am Nachmittag gesehen und gegrüßt.

Die Ermittlungen sollen zeigen, wie es dazu kam, dass sich das Mädchen im Auto befand. Die Mutter hatte offenbar vier Kinder und soll an dem Tag mit einer Freundin und deren Kind am Campingplatz TCS-Camping La Pianella gewesen sein. Der Vater des Kindes soll nicht vor Ort gewesen sein. Laut der Staatsanwaltschaft konnte die Mutter noch nicht vernommen werden. Man werde versuchen, die Tragödie zu rekonstruieren. Wieso sich das Mädchen im Auto befand und wie lange es dort war, ist noch unklar. Offenbar war es jedoch im Auto eingesperrt.

Die Polizei erwähnte die im Tessin derzeit herrschende Hitze nicht als mögliche Ursache für den Todesfall und will auch keine weiteren Angaben machen. Bereits Tage zuvor wurde von einer "extremen Hitzewelle" am Dienstag im Kanton Tessin gewarnt. Die Temperaturen sollen am Dienstagnachmittag auf bis zu 33 Grad gestiegen sein.

Die involvierten Personen sowie Gäste und Personal des Campingplatzes werden psychologisch betreut.

Laut einem Test des Touring Club Schweiz (TSC) zum Temperaturanstieg in geschlossenen Autos bei Sonneneinstrahlung steigt bereits nach 30 Minuten die Temperatur um 16 Grad im Vergleich zur Außentemperatur. Nach 60 Minuten ist es bereits 26 Grad heißer. Eine Temperatur von mehr als 46 Grad kann für ein Kind innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich sein. Das Fenster einen Spaltbreit offenzulassen bringt demnach wenig. Der Test zeigte, dass es nach 30 Minuten nur zwei Grad weniger heiß war als bei geschlossenen Fenster.

In der Schweiz war erst Ende August 2014 ein Kleinkind in einem geschlossenen Auto gestorben. Der Vater hatte vergessen, das 16-monatige Baby wie üblich in der Kindestagesstätte abzugeben.

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