Hitzewelle und heftige Stürme : Wetterkapriolen in Europa

Das Wetter in Europa spielt weiter verrückt. In Großbritannien starben zwei Menschen bei einem Sturm, in Bayern setzten Blitze mehrere Häuser in Brand, Südeuropa leidet weiter unter Rekordtemperaturen.

Blitz
Unwetter in Bayern. Blitze zucken über das Land. -Foto: ddp

München/London Schwere Unwetter haben in Bayern erneut große Schäden angerichtet. Blitze setzten am Freitagabend mehrere Häuser in Brand, darunter zwei Bauernhöfe. Drei Menschen erlitten einen Schock, Dutzende Tiere verbrannten. Vielerorts kam es zu Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr. In Großbritannien starben zwei Menschen bei einem Sturm. Der Süden Europas litt unterdessen weiter unter Rekordtemperaturen. In Rumänien stieg die Zahl der Hitzetoten, hunderte Menschen wurden bei Temperaturen bis zu 40 Grad ohnmächtig. In Bulgarien kämpften Einsatzkräfte verzweifelt gegen Wald und Flächenbrände an.

In Bayern hatten Blitze ein Signalsystem lahmgelegt, in der Folge kam es auf der Strecke München-Augsburg zu erheblichen Verspätungen. Auch im Münchner S-Bahn-Verkehr gab es Verzögerungen. Bei Bränden nach Blitzeinschlägen entstanden Sachschäden von mehreren hunderttausend Euro. Keller wurden überschwemmt, Bäume stürzten auf geparkte Autos, mehrere Straßen und Unterführungen mussten gesperrt werden. In Bayreuth hatte ein Unwetter am Donnerstag Schäden von mehr als einer Million Euro verursacht. Unter anderem floss Wasser ins Foyer des Bayreuther Festspielhauses.

Pferd von Baum erschlagen

Auch über Thüringen zog ein Gewittersturm hinweg, verursachte aber nur kleinere Schäden. Ein Open-Air-Konzert musste abgesagt werden, ein Pferd wurde von einem umstürzenden Baum getroffen und starb.

In Großbritannien war ein Mann im Sturm von seinem Motorrad gestürzt und unter einem Wohnwagen eingeklemmt worden. Ein 64-Jähriger starb, als er in seinem überfluteten Keller stürzte. Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken in Süd- und Mittelengland wurden wegen des Unwetters gesperrt. Schulen wurden evakuiert, die Luftwaffe unterstütze Bergungsmaßnahmen mit Helikoptern. Viele Menschen waren in ihren Häusern eingeschlossen oder mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Am Flughafen London Heathrow wurden fast 150 Flüge gestrichen.

Hitzewelle in Südeuropa



Nicht über zu viel, sondern über zu wenig Regen klagten dagegen die Menschen in Rumänien. Bei Temperaturen um die 40 Grad starben in den vergangenen Tagen mindestens elf Menschen. In 43 Ortschaften, in denen Brunnen ausgetrocknet oder das Trinkwassernetz zusammengebrochen ist, verteilten die Behörden Wasser. Das meteorologische Institut in Bukarest geht davon aus, dass das heiße Wetter mit bis zu 42 Grad bis mindestens Dienstag anhält.

In Bulgarien tobten am Samstag viele Hitzebrände weiter. Am kritischsten war die Lage bei der Stadt Stara Sagora im Süden: Dort wurde der Notstand ausgerufen. Deutschland und Russland sagten nach Behördenangaben die Entsendung von Spezialflugzeugen und Hubschraubern zu. In den vergangenen fünf Tagen gab es landesweit insgesamt 1853 Brände. Zwei Menschen kamen ums Leben. (mit dpa)

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