Hochrhein : Bootsunglück: Zehn Passagiere über Bord

Keine lustige Seefahrt erlebten zwei Familien, die sich in einem Boot den Hochrhein heruntertreiben lassen wollten: Plötzlich kollidierte der Kahn mit einem Schiffahrtszeichen - zehn Passagiere, darunter auch Kinder, fielen über die Reling.

Büsingen/SchaffhausenDie Geistesgegenwart von Augenzeugen hat zehn Passagiere eines Bootes auf dem Rhein gerettet. Die Fahrgäste waren in der Nacht zum Mittwoch über Bord gestürzt, als das Boot vor Büsingen (Baden-Württemberg) gegen ein Schifffahrtszeichen prallte. Alle Schiffbrüchigen, vier Erwachsene und sechs Kinder, wurden unverletzt aus dem Wasser gefischt, wie die Polizei des Schweizer Kantons Schaffhausen mitteilte.

Fluss-Anwohner, die das Unglück beobachtet hatten, waren in ihre Boote gesprungen und den Verunglückten zu Hilfe geeilt. Keiner der Bootsinsassen, unter ihnen ein zweijähriges Kind, hatte eine Schwimmweste getragen. Das Wasser war 21 Grad warm.

Keine Schwimmwesten trotz gefährlicher Strömung

Die zwei Familien hatten sich mit einem Boot den Rhein hinuntertreiben lassen. Der Kapitän hatte vergeblich versucht, den Motor anzuwerfen, als das Boot Kurs auf das Seezeichen nahm. Freizeitkapitäne und auch Schwimmer nutzen gern die starke Strömung, um sich den Fluss hinuntertreiben zu lassen. Die Polizei warnt jedoch jedes Jahr vor den Gefahren.

Sicherheitswesten sind nicht vorgeschrieben. Bootsführer sind aber verpflichtet, genügend Rettungsmaterial an Bord zu haben. Bei einer drohenden Kollision bleibt jedoch meist keine Zeit, zu den Rettungsmitteln zu greifen. Der aus Schaffhausen stammende Bootsführer wurde angezeigt. (mpr/dpa)

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