Hochwasser in den USA : Land unter in Iowa - Tausende fliehen

Dramatische Lage im US-Staat Iowa: Schwere Überschwemmungen zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Allein in der Stadt Cedar Rapids mussten 25.000 der insgesamt gut 120.000 Einwohner vor den Fluten Reißaus nehmen.

Iowa
Ein Stop-Schild in Cedar Rapids im US-Staat Iowa versinkt im Hochwasser. -Foto: dpa

Cedar RapidsNach sieben Tagen mit heftigen Regenfällen waren große Teile des US-Bundesstaates Iowa am Samstag weiter überflutet. Tausende Häuser standen in Cedar Rapids unter Wasser, nachdem der Fluss Cedar River über die Ufer getreten war. Weitere hunderte Gebäude wurden von den Wassermassen stark beschädigt. Ein Krankenhaus mit 176 Patienten musste evakuiert werden, nachdem Wasser bereits in die unteren Stockwerke eingedrungen war. Da es an Pumpen fehlt, sollte das US-Militär am Wochenende mit Ausrüstung aushelfen.

Auch andere Regionen des Staates im Mittleren Westen der USA glichen einer Seenlandschaft. Gouverneur Chet Culver befürchtete, dass allein durch Ernteverluste Schäden in Höhe von einer Milliarde Dollar (rund 650 Millionen Euro) entstanden sein könnten - das ist weitaus mehr, als bei der zuvor schlimmsten Flut in dem Staat vor 15 Jahren.

Es hat aufgehört zu regnen

Aber es gab Lichtblicke: Der Regen stoppte am Samstag, die Sonne kam hervor, und Meteorologen sagten für die kommende Woche trockenes Wetter voraus. In einigen Gebieten begann sich das Wasser bereits etwas zurückzuziehen, aber es wird nach Einschätzung von Katastrophenschutz-Experten noch bis zu zwei Wochen dauern, bis alle über die Ufer getretenen Flüsse wieder einen Normalstand erreichen.

Insgesamt hat Gouverneur Culver 83 der 99 Landkreise in Iowa zum Katastrophengebiet erklärt. Da das Trinkwasser in Cedar Rapids inzwischen knapp geworden ist, riefen die Behörden dazu auf, das saubere Leitungswasser nicht mehr zum Waschen und Säubern zu verwenden, sondern nur noch zum Kochen und Durststillen.

Mississippi zum Teil gesperrt

In der am Freitag ebenfalls von Überschwemmungen bedrohten Hauptstadt Des Moines konnten die Menschen aufatmen. Der Fluss Des Moines River erreichte seinen Höchststand, ohne dass die Innenstadt überflutet wurde. Zwar brach in einem Außenbezirk der Stadt ein Damm, aber die betroffene Region ist nur spärlich bewohnt. Etwa 200 Häuser wurden evakuiert.

Schwere Unwetter haben auch andere Teile des Mittleren Westens der USA unter Wasser gesetzt. So sind weite Gebiete in Indiana, Illinois, Kansas, Minnesota und Wisconsin zu Wasserwüsten geworden. Der Mississippi ist auf einem Abschnitt von fast 500 Kilometern für den Schiffsverkehr gesperrt. (küs/dpa)

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