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Hochwasser in Deutschland : Deichbruch und Zwangs-Evakuierung: Die Ereignisse des Freitags zum Nachlesen

Das Hochwasser stellt Teile Deutschlands weiter vor riesige Probleme, die Sicherheit der Bewohner mancherorts steht auf der Kippe. Was den Tag über in den betroffenen Regionen passierte, können Sie hier nachlesen.

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Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

21.11 Uhr: Katastrophenalarm in der Prignitz. Die Elbestadt Wittenberge im Nordwesten Brandenburgs muss bisher wegen der steigenden Pegel noch nicht evakuiert werden. Eine Entscheidung darüber will der Krisenstab in der Prignitz erst am Sonntag treffen. Nach aktuellen Prognosen wird die Elbe am Dienstag ihren Höchststand von 8,10 Metern im Raum Wittenberge erreichen. Am morgigen Sonnabend soll das Wasser auf 6,60 Meter steigen. Normal sind hier weniger als drei Meter. Der Landrat der Prignitz hat für den ganzen Kreis den Katastrophenzustand festgestellt.

19.14 Uhr: Am Abend wurde bekannt, dass nun doch der gesamte Spreewald ab morgen für jeglichen Bootsverkehr gesperrt sein wird. Viele Kahn-Fährleute und ihre Vereinigung sind darüber empört und wollen sich nicht daran halten. Besonders im Bereich von Burg und Lübbenau sei die Situation nicht so dramatisch, dass man auf Kahnfahrten verzichten müsse, heißt es. Wer am Wochenende den Spreewald besuchen möchte, sollte sich vorher direkt bei den örtlichen Veranstaltern informieren.

18. 11 Uhr: Auch an der Schwarzen Elster bei Frauendorf im Elbe/Elster-Kreis ein Deich gebrochen. Überflutet ist hier allerdings nur eine Wiese, Menschen sind nicht in Gefahr.

17:10 Uhr: Vielen Zierfischen in Dresdener Gartenteichen hat die Elbe-Flut zu unerwarteter Freiheit verholfen. Auf einer unter Wasser stehenden Wiese im Stadtteil Laubegast tummelten sich am Freitag zum Beispiel zahlreiche Koi-Karpfen. Ob das für die Fische am Ende die bessere Alternative ist, bleibt ungewiss: Ein Reiher betrachtete das plätschernde Treiben bereits mit großem Interesse.

16.40 Uhr: Das Hochwasser hat in der Landwirtschaft Schätzungen zufolge Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro verursacht. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes wird die Gesamthöhe der Schäden auf mehr als 300 Millionen Euro steigen, das Bundesagrarministerium beziffert diese bislang auf 173 Millionen Euro. Verglichen mit der gesamten Industrie sind die Schäden für die Bauern jedoch gering: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befürchtet, dass die Beseitigung der Flutverwüstungen mehr als 11 Milliarden Euro kostet.

16.30 Uhr: Den Unwettern der vergangenen Tage sind in Europa bislang weit mehr als ein Dutzend Menschen zum Opfer gefallen, etliche weitere werden vermisst. Allein in Tschechien wurden zehn Tote gezählt. In Deutschland waren es bislang mindestens sieben.
In Sachsen-Anhalt wurde ein 74 Jahre alter freiwilliger Helfer am Donnerstagabend in Wittenberg von einem Radlader erfasst. Zuvor waren zwei Menschen bei Hilfsaktionen kollabiert und gestorben. In Baden-Württemberg starben im Zusammenhang mit dem Hochwasser ein Feuerwehrmann und zwei weitere Menschen. In Niedersachsen starb eine Frau bei dem schwächeren Hochwasser bereits Ende Mai. Sie fiel vom Fahrrad, wurde in die Leine gezogen und erlitt einen Herzstillstand.
In Tschechien kenterte am Freitag ein Schlauchboot auf der Moldau in Südböhmen. Dabei ertranken zwei Männer. Damit ist die Zahl der Toten durch Unwetter und Hochwasser auf zehn gestiegen. Landesweit werden zudem immer noch fünf Menschen vermisst.
In der Gera beim thüringischen Arnstadt suchen Polizei und Feuerwehr nach einem im Wasser treibenden Mann. Ein Zeuge habe die unbekannte Person am Donnerstag bäuchlings im Fluss gesehen und die Rettungskräfte verständigt. An der Mosel wird ein 16-Jähriger vermisst. Er war am Mittwoch mit zwei Freunden von einer acht Meter hohen Eisenbahnbrücke in den reißenden Fluss gesprungen. Die Freunde gelangten ans Ufer, der 16-Jährige ging unter - und wird seitdem vermisst. Es sei sehr stark anzunehmen, dass er nicht mehr lebe, befürchtet die Wasserschutzpolizei.

16.15 Uhr: Die Kleinstadt Mühlberg in Brandenburg wird wegen des Elbhochwassers zwangsgeräumt. Evakuiert wird hier bereist seit Mittwoch, bis zum heutigen Beschluss allerdings auf freiwilliger Basis. Das haben die Verantwortlichen am Freitag entschieden. „Die Stadt ist nicht mehr sicher“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Situation an den Deichen sei problematisch. Am Mittag hatte der Elbe-Scheitel die Stadt erreicht.
Der Wasserstand lag um 12.00 Uhr bei 9,88 Meter, einen Zentimeter weniger als vier Stunden zuvor. Angelegt sind die Deiche dort auf zehn Meter Wasserhöhe. Der Druck auf die Dämme ist jedoch enorm, es gibt mehre Sickerstellen. Taucher versuchen einen unterspülten Deich zu sichern.

15.20 Uhr: Die slowakische Hauptstadt Bratislava ist bei der Donau-Flut offensichtlich dem Schlimmsten entgangen. Schon am Donnerstagnachmittag hatte der Wasserstand der Donau nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes SHMU mit knapp über 10,3 Metern den bisherigen Rekordwert erreicht. In der Nacht auf Freitag begann der Pegelstand wieder zu sinken. Dafür bewegte sich der Scheitel des Hochwassers flussabwärts weiter und bedrohte vor allem die Stadt Komarno an der ungarischen Grenze. Todesopfer infolge des Hochwassers waren entgegen vereinzelten Medienberichten in der Slowakei bisher keine zu beklagen, teilte das Innenministerium mit.

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