Hochwasser in Görlitz : Strafanzeige gegen Betreiber des Witka-Staudamms

Sechs Tage nach der Flutwelle der Neiße stellt die Stadt Görlitz Strafanzeige gegen den Betreiber des polnischen Staudamms. Laut Stadtverwaltung müsste geprüft werden, ob der Betreiber fahrlässig gehandelt habe.

Lissy Kaufmann
Nach dem Dammbruch nahe Radomierzyce in Polen wurden unter anderem Teile der Stadt Görlitz überschwemmt.
Nach dem Dammbruch nahe Radomierzyce in Polen wurden unter anderem Teile der Stadt Görlitz überschwemmt.Foto: ddp

Die Stadt Görlitz hat Strafanzeige gegen den Betreiber des polnischen Staudamms Witka gestellt. Der Damm war vor sechs Tagen gebrochen und hatte vor allem in den Stadt- und Ortsteilen Hagenwerder, Weinhübel, Altstadt und Ludwigsdorf zu einer Flutwelle der Neiße geführt. Laut Stadtverwaltung sei die Menge und Stärke der Überflutung weit über die natürlichen und künstlichen Hochwasserzonen hinausgegangen.

Die Staatsanwaltschaft müsse Ermittlungen aufnehmen, ob der Betreiber die Überschwemmung fahrlässig gemäß Strafgesetzbuch herbeigeführt habe, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. „Wir haben großes Interesse daran, die Ursache des Dammbruches und der damit verbundenen Flutung weiter Teile des Stadtgebietes in Erfahrung zu bringen", sagte der Oberbürgermeister Joachim Paulick (parteilos).

Nach dem Dammbruch war der Neiße-Pegel auf mehr als sieben Meter angestiegen. Es habe „eine konkrete Gefahr für Personen“ bestanden, betonte die Stadtverwaltung. Zudem sei erheblicher Sachschaden durch die Überschwemmungen entstanden.

Unterdessen hat die Tourismusbranche in Görlitz mit Reisestornierungen und Anrufe besorgter Touristen zu kämpfen. Die Görlitzer Altstadt sei zu weiten Teilen nicht überflutet worden, sagte Lutz Thielmann, der Geschäftsführer für Wirtschaftförderung, Stadtmarketing und Tourismus. Schäden seien vor allem im Uferbereiche der Neiße entstanden. Mit ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben