Welt : Hochwasser: Polnische Armee sprengt Deichabschnitt

Im südpolnischen Überschwemmungsgebiet hat sich die Lage am Mittwoch leicht entspannt. Die Armee sprengte den Behörden zufolge einen Deichabschnitt entlang der Weichsel, um das Wasser aus der überschwemmten Region um Brachiejowice im Südosten des Landes abfließen zu lassen. Dadurch habe sich die Lage etwas gebessert, sagte ein Behördensprecher. Der Wasserstand in den überfluteten Dörfern fiel um einen Meter, die Weichsel kehrte wieder in ihr Flussbett zurück. Im Laufe des Tages wurde die 100 Kilometer lange Flutwelle auf der Weichsel am Staudamm von Wloclawek nordwestlich von Warschau erwartet. Das Wasser des Stausees wurde teilweise abgelassen, um Platz für die Fluten zu schaffen. Die Behörden warnten, die Deiche entlang der Weichsel seien inzwischen so vollgesogen und brüchig, dass mit weiteren Dammbrüchen zu rechnen sei. Die Umweltschutzorganisation WWF übte Kritik an der Hochwasserpolitik. Mit höheren Deichen und zusätzlichen Speicherbauten sei es nicht getan. Eine Konzentration auf rein technischen Hochwasserschutz sei der falsche Weg, da er die Probleme langfristig sogar verschärfe. Der WWF fordert ein integriertes Hochwasserschutzkonzept. Es bringe nichts, Deiche zu flicken und zur Tagesordnung überzugehen. Stattdessen müssten Überflutungsflächen geschaffen und Deiche zurückverlegt werden.

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