Welt : Höchststrafe für den Mörder von Carolin

Lebenslänglich mit Sicherungsverwahrung

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Die Vergewaltigung und Erwordung der 16 Jahre alten Carolin aus dem Ostseebad Graal-Müritz wird mit der Höchststrafe gesühnt. Die Schwurgerichtskammer des Rostocker Landgerichts verhängte gestern gegen den angeklagten Maik S. lebenslange Haft, stellte die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete anschließende Sicherheitsverwahrung an. Wahrscheinlich wird Carolins Mörder deshalb mindestens 30 Jahre hinter Gittern verschwinden.

Der Fall hatte große Bestürzung ausgelöst. Maik S. war erst wenige Tage vor der Tat aus der Haft entlassen worden. Er hatte eine siebenjährige Strafe wegen einer Vergewaltigung am gleichen Ort komplett abgesessen. Bei der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Guido Lex, Maik S. sei brutal, rücksichtslos und ichbezogen. Krank sei er allerdings nicht, eine Therapie deshalb wahrscheinlich aussichtslos. „Vor solchen Schwerstverbrechern muss die Allgemeinheit geschützt werden.“

Die Eltern Carolins verfolgten den Prozess als Nebenkläger. Sie machen die Justiz mitverantwortlich für den Tot ihrer Tochter. Sie werfen der Staatsanwaltschaft vor, nicht ausreichend die Möglichkeit geprüft zu haben, Maik S. nach der siebenjährigen Haft in nachträgliche Sicherheitsverwahrung zu nehmen.

Mecklenburg-Vorpommerns Justizminister Sellering räumte nach dem Mord ein, dass „vieles dafür“ gesprochen hätte, dass Maik S. „wegen seiner Gefährlichkeit auf Dauer hätte weggesperrt werden müssen“. Es habe aber keine rechtliche Handhabe gegeben, ihn nach Verbüßung der ganzen Strafe in Haft zu halten.

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