Hollywood : Paramount lässt Tom Cruise fallen

Wegen einiger merkwürdiger Auftritte von Tom Cruise haben die US-Filmstudios Paramount Pictures nach 14 Jahren die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler aufgekündigt.

Los Angeles - "So sehr wir ihn persönlich schätzen, hielten wir es doch für falsch, den Vertrag zu verlängern", sagte der Chef des Mutterhauses Viacom, Sumner Redstone, dem "Wall Street Journal". "Sein Verhalten in letzter Zeit war für Paramount nicht hinnehmbar." Das Werben von Cruise für die umstrittene Scientology-Organisation und andere peinliche Auftritte schadeten laut Paramount der Vermarktung seiner Kinofilme, von denen zuletzt "Mission Impossible III" floppte.

Cruise hatte sich vor einigen Monaten zum Gespött gemacht, als er in der Sendung von US-Talkmasterin Oprah Winfrey frenetisch auf einem Sofa herumsprang, um seine Liebe für die Schauspielerin Katie Holmes zu verkünden, mit der er seit April eine kleine Tochter hat. Außerdem wirbt er öffentlich für die umstrittene Scientology-Organisation. Schauspielkollegin Brooke Shields griff er nach deren Eingeständnis ihrer Wochenbettdepression öffentlich scharf an: Er verurteilte alle, die Antidepressiva einnehmen, und riet Shields, stattdessen lieber Vitamine zu schlucken.

Cruise als Comedy-Zielscheibe

Solche Auftritte machten Cruise zur Zielscheibe des Spotts in zahlreichen Fernsehcomedy-Shows. Befremden löste auch Cruises angebliches Bestehen auf einer Geburt seiner Tochter nach Scientology-Regeln aus, bei der die Mutter während der Wehen nicht schreien darf. Die Heimlichtuerei um seine Tochter Suri, die bislang nicht in der Öffentlichkeit gesichtet wurde, ließ viele Beobachter die Augenbrauen runzeln.

Der "Top-Gun"-Star und Ex-Ehemann von Nicole Kidman war mit seiner Produktionsfirma Cruise/Wagner Productions 14 Jahre lang mit Paramount verbunden. Die Zusammenarbeit brachte zuletzt die Filme "Krieg der Welten" und "Mission Impossible III" hervor, mit denen Cruise zum bestbezahlten Schauspieler Hollywood wurde. Laut Paramount hatte Cruises auffälliges Verhalten aber negative Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen von "Mission Impossible III". Der Streifen spielte weltweit 259 Millionen Dollar (rund 200 Millionen Euro) ein, die Produktionskosten lagen bei rund 150 Millionen Dollar.

"Unerhört und respektlos"

Vertreter des Schauspielers bestritten einen Zusammenhang. Der 44-jährige Filmstar habe Paramount viel Geld eingebracht, sagten sie dem "Wall Street Journal". Cruises Geschäftspartnerin Paula Wagner sagte dem Blatt, es gebe Pläne, mit Geld aus zwei erfolgreichen Hedgefonds eine unabhängige Firma aufzubauen. "Das ist ein Traum von Tom und mir", sagte sie. Der Branchenzeitung "Daily Variety" sagte Wagner, Redstones Äußerungen seien "unerhört und respektlos".

Der Absturz für Cruise kommt nur zwei Monate, nachdem das "Forbes"-Magazin ihn zum einflussreichsten Prominenten der Welt gekürt hatte. Begründet wurde das damals unter anderem mit dem Einkommen des Schauspielers, der allein zwischen Juni 2005 und Juni 2006 67 Millionen Dollar einfuhr, und der Häufigkeit, in der sein Name im Internet auftaucht. (tso/AFP)

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