Horn von Afrika : Piraten entführen Frachtschiff

Vor der Küste des Sultanats Oman haben acht bewaffnete Piraten ein Frachtschiff entführt. Berichte, wonach es sich um ein deutsches Schiff handelt, wurden bisher nicht bestätigt.

LondonBei der entführten MV Charelle soll es sich um das Schiff einer deutschen Reederei handeln. Entsprechende Berichte wurden aber bisher weder von der Nato noch vom Auswärtigen Amt bestätigt. Der Frachter fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda.

Nach Angaben eines Nato-Sprechers hat das gekaperte Schiff Kurs auf Somalia genommen. Über die Crew machte er keine Angaben. Ob Deutsche unter den Besatzungsmitgliedern sind, konnte er ebenfalls nicht sagen. In den Gewässern vor Oman war es bisher noch nicht zu Übergriffen von Piraten gekommen.

Seit Monaten versucht die internationale Gemeinschaft weiter südlich, am Horn von Afrika der steigenden Zahl von Piratenüberfällen Herr zu werden. Auch Deutschland ist mit zwei Fregatten an der Mission beteiligt. Insgesamt sind in dem Seegebiet mehr als 40 Kriegsschiffe gegen Piraten im Einsatz.

Das deutsche Containerschiff Hansa Stavanger befindet sich seit mehr als zwei Monaten in Piratenhand. An Bord waren auch fünf Bundesbürger, als das Schiff am 4. April rund 400 Seemeilen vor der Küste Somalias überfallen wurde. An dem Fall Hansa Stavanger war eine grundsätzliche Diskussion zwischen dem Auswärtigen Amt, dem Verteidigungs- sowie dem Bundesinnenministerium entbrannt. Weil die Bundesregierung sich sträubt, weiterhin mit hohen Millionenzahlungen Schiffe aus der Hand von Piraten freizukaufen, wurde ein Einsatz der Eliteeinheit GSG9 erwogen. Doch angesichts eines zu hohen Risikos für die 24-köpfige Besatzung und die Polizisten sowie wegen Sicherheitsbedenken der USA wurde der Einsatz der sich bereits in Kenia befindenden Elitetruppe abgeblasen.

ZEIT ONLINE, cl, dpa

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