Hugo Junkers : Genialer Vater der alten Tante

Vor 150 Jahren wurde der Schöpfer der JU-52, Hugo Junkers, geboren.

Joachim Mahrholdt
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Vor 150 Jahren geboren:

„Wellblechbomber“ nannte mancher respektlos die Maschinen wegen ihrer gewellten Rumpfoberfläche. Die weltweit bekannteste ist die JU-52, die „Tante JU“. Vor 150 Jahren wurde ihr Schöpfer Hugo Junkers als Sohn vermögender Eltern im rheinischen Rheydt geboren, das heute zu Mönchengladbach gehört. Es handelte sich damals um revolutionäre Konstruktionen, nämlich um Ganzmetallflugzeuge mit geringem Gewicht und hoher Steifigkeit. Das Patent von 1915 machte Schluss mit stoffbespannten Doppeldeckern.

Als gelernter Maschinenbauingenieur hatte sich Junkers an der TH Aachen zunächst auf Fragen der Thermodynamik konzentriert. Fast nebenbei hatte er durch die Entwicklung eines Messgerätes zur Bestimmung des Heizwertes von Gas, des Kalorimeters, die Grundlagen für sein erstes größeres Unternehmen und auch für sein erhebliches Vermögen gelegt. Das Kalorimeter ließ sich nämlich gut umbauen zu einem Durchlauferhitzer; so gelangte nach und nach auf saubere und bequeme Art heißes Wasser in die Badezimmer der Nation. Gleichwohl wollte der Unternehmer Junkers auf physikalische Forschungen nicht verzichten. In Aachen und später in Dessau, wo seine Firma angesiedelt war, betrieb er „Versuchsanstalten“. Nach und nach rückten die Aerodynamik und der damals noch junge Flugzeugbau in seinen Blick.

Das erste Verkehrsflugzeug aus Leichtmetall (Duraluminium), die F 13, entstand 1919. Es war ein reines Zivilflugzeug und wurde weltweit ein großer Erfolg. Weitere Konstruktionen – frei tragende Eindecker – folgten. Der geschäftstüchtige Junkers gründete die „Junkers Luftverkehrs AG“. Von der Wirtschaftskrise angeschlagen, wurde sie später mit dem konkurrierenden Aero Lloyd zur Lufthansa fusioniert. 1933 endete Junkers unternehmerische Erfolgsgeschichte. Den Nationalsozialisten galt er als unzuverlässig. Sie enteigneten ihn weitgehend und erteilten ihm Hausverbot in der von ihm gegründeten Firma. Auch die Stadt Dessau durfte er nicht mehr betreten. Seine 180 Patente musste er abgeben. Junkers starb 1935 in Gauting bei München.

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