Welt : Hunde sind schneller - Enschede ist mit Erdbeben nicht vergleichbar

Wie so oft bei Katastrophen sind sie auch in Enschede wieder Hoffnungsträger für die Angehörigen der rund 200 noch immer Vermissten - die Rettungshunde, die Überlebende unter den Trümmern zerstörter Häuser aufspüren können. Diesmal ist ihr Einsatz wegen der riesigen Druckwelle, die alles weggepustet hat, und der anhaltenden enormen Hitze allerdings viel schwieriger als etwa beim Erdbeben in der Türkei. "Wir mussten mit unseren Hunden unverrichteter Dinge wieder abziehen, es war alles noch viel zu heiß", berichtet Helmut Kellner vom Technischen Hilfswerk in Düsseldorf am Montag über den Einsatz des THW-Teams in der niederländischen Stadt.

Weil die Rettungskräfte nach der verheerenden Explosion aber nichts unversucht lassen wollen, sollen zumindest die "Trümmerhunde" der niederländischen Helfer noch zum Einsatz kommen. "Sie sind einfach schneller und genauer als technische Ortungsgeräte", erläutert Volker Koch, Fachleiter für Rettungshundearbeit beim Deutschen Roten Kreuz in Westfalen-Lippe. Während die Feuerwehr die Trümmer unter allen Sicherheitsvorkehrungen nur sehr langsam abtragen, kann mit Hilfe der Hunde, die klar anzeigen, wo noch Menschen liegen, gezielt mit der Rettung begonnen werden. Der Einsatz von Horchgeräten, die zum Beispiel auf Herztöne, Klopfen oder Schluchzen reagierten, hat dagegen seine Tücken. "Wenn Sie Herztöne hören, können die auch von einem Tier sein", sagt Koch. Eine Falschinterpretation kann wertvolle Zeit kosten.

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