Hurrican "Sandy" : Sturm spült zehntausende Liter Öl ins Meer

Als Folge des verheerenden Wirbelsturms „Sandy“ sind aus beschädigten Raffinerien an der US-Ostküste zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen. Im vom Sturm ebenfalls stark betroffenen New York sind derweil weniger Menschen obdachlos als befürchtet.

Noch sind die ökologischen Folgen nicht abzusehen.
Noch sind die ökologischen Folgen nicht abzusehen.Foto: dpa

An einem Raffineriestandort in Linden im Bundesstaat New Jersey seien mehr als 29.000 Liter Öl ausgelaufen, teilte die Küstenwache am Montag mit. Die Raffinerie bleibe daher zunächst geschlossen. Das verunreinigte Wasser werde derzeit mit Tanklastwagen abgesaugt. Bis Sonntag seien bereits 1,7 Millionen Liter Wasser-Öl-Gemisch abgepumpt worden.
Wegen Benzinmangels stellte die US-Armee unterdessen 90 Millionen Liter Kraftstoff zur Verfügung, wie das Pentagon mitteilte. Demnach wurden je 45 Millionen Liter Benzin und Diesel an Tankstellen in New York und New Jersey geliefert. Zuvor hatte die Logistikbehörde des Verteidigungsministeriums bereits 1,5 Millionen Liter in die betroffenen Gebiete gebracht.

Nach Behördenangaben mangelt es an mehr als einem Viertel der Tankstellen in der Region New York an Treibstoff, die Stationen wurden teilweise von Sicherheitskräften bewacht. Auf dem Schwarzmarkt erreichte Benzin Höchstpreise; so wurde im Internet das Vier- bis Fünffache des üblichen Preises verlangt.

Die US-Ostküste nach Supersturm "Sandy"
Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 124Foto: dpa
03.11.2012 21:49Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten.

In New York müssen nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg derweil deutlich weniger Menschen in Notunterkünften untergebracht werden als zunächst angenommen. Er gehe von weniger als 10.000 Betroffenen aus, sagte Bloomberg am Montag bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte er erklärt, er befürchte, dass 30.000 bis 40.000 Menschen betroffen seien. Die Zahl von 40.000 wäre der „schlimmste Fall“ gewesen, sagte Bloomberg nun.
Der Hurrikan „Sandy“ war in der Nacht zum Dienstag vergangener Woche auf die US-Ostküste getroffen und hatte für schwere Zerstörungen und Überschwemmungen gesorgt. Mehr als hundert Menschen kamen ums Leben. Offiziellen Angaben zufolge leben in der Stadt New York derzeit knapp 5000 Menschen in 14 Notunterkünften.

Zudem wurden 200 Wärmezentren eingerichtet, um denjenigen zu helfen, die bei sinkenden Temperaturen noch ohne Heizung auskommen müssen.
Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, zeigte sich am Montag besorgt angesichts eines weiteren für Mittwoch vorhergesagten Sturms, der die bereits von „Sandy“ heimgesuchten Regionen im Nordosten der USA treffen soll. Normalerweise stelle ein solcher Sturm keine tödliche Gefahr dar, die aktuelle Situation sei aber nicht normal, sagte er unter anderem mit Blick auf zerstörte Häuser. (AFP)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben