Hurrikan : Die Verzweiflung wächst

In den von Hurrikan "Katrina" verwüsteten Gebieten im Südosten der USA spitzt sich die Lage weiter zu. Die Angst vor Seuchen wächst.

New Orleans/Washington (01.09.2005, 12:15 Uhr) - Vermutlich mehr als 1000 Tote, Angst vor Seuchen und immer mehr Plünderer: In den Katastrophengebieten der US-Südstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama wachsen drei Tage nach Hurrikan «Katrina» Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. In New Orleans, das fast völlig in den Fluten des Pontchartrain-Sees versunken ist, gilt Kriegsrecht. Noch immer warten entlang der Küste am Golf von Mexiko Tausende auf Rettung. In den überfluteten Straßen der Städte treiben Leichen. Wegen Seuchengefahr rief die US-Regierung den Gesundheitsnotstand aus, Präsident George W. Bush überflog die Krisenregion.

Vielerorts fehlen Lebensmittel und sauberes Trinkwasser, Plünderer rauben Nahrungsmitteln und Waffen aus Geschäften, Einbrecher räumen verlassene Häuser aus. Die Sicherheitskräfte sollen deswegen erneut verstärkt werden. In Texas traf nach Angaben des Nachrichtensenders CNN am Donnerstagmorgen der erste Bus mit Menschen ein, die aus dem Stadion Superdome in New Orleans evakuiert wurden.

Bush verschaffte sich auf seinem Rückflug aus dem Urlaub in Texas nach Washington an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One einen ersten persönlichen Eindruck von der Lage in Louisiana und in Mississippi. Nach seinen Angaben befanden sich am Mittwoch insgesamt 78.000 Menschen in Notunterkünften.

Die Küste im Bundesstaat Mississippi sei komplett zerstört, sagte der Präsident in Washington. Der Wiederaufbau in Louisiana, Mississippi und Alabama werde Jahre dauern. Bush will zusätzliche 11.000 Nationalgardisten in die Katastrophengebiete schicken. 5000 von ihnen sollen der Polizei helfen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Deutschland bot den USA Unterstützung an, um der «entsetzlichen Naturkatastrophe» Herr zu werden, sagten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer in Berlin. Auch Hollywoodstars und Musiker setzen sich mit Spendenaufrufen und Konzerten für die Opfer von Hurrikan «Katrina» ein. (tso)

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