• Hurrikan Gustav naht: Einwohner von New Orleans: "Wir haben unsere Lektion gelernt"

Hurrikan Gustav naht : Einwohner von New Orleans: "Wir haben unsere Lektion gelernt"

Eine neue Katastrophe droht - aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zum Jahr 2005: die Einwohner von New Orleans sind auf den Hurrikan vorbereitet. Eine Zwangsräumung der Stadt ist angeordnet. Nur wenige Bürger zögern ihre Häuser zu verlassen.

Glenn Chapman[AFP]
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Einwohner von New Orleans bereiten sich auf die Evakuierung vor -Foto: AFP

New Orleans"Wir haben unsere Lektion gelernt". Brittany Marble hat sich in New Orleans als ehrenamtliche Helferin gemeldet. Drei Jahre nachdem der Hurrikan "Katrina" die US-Südstaaten-Metropole verwüstete und mehr 1500 Menschen das Leben kostete, bereiten sich die Menschen diesmal besser auf das heranziehende Unheil vor. Tropensturm "Gustav", der in der Karibik bereits 85 Menschen tötete, wird für Montagabend oder Dienstag in New Orleans erwartet.

Am Wochenende ordneten die Behörden bereits eine Zwangsräumung der Stadt an. Zahlreiche Bewohner verließen die gefährdeten Küstenbereiche im Bundesstaat Louisiana. In New Orleans stauten sich am Wochenende stadtauswärts die Autokolonnen. 1200 Menschen wurden bis Samstagnachmittag in Bussen in Sicherheit gebracht, rund 1500 weitere verließen in Zügen die Stadt.

Einwohner wollen Haustiere nicht zurücklassen

Vor drei Jahren hätten sich viele Menschen geweigert, die Stadt zu verlassen, weil sie ihre Haustiere nicht zurücklassen wollten, erinnert sich Marble. Diesmal dürften sie die Tiere mitnehmen. "Er ist für uns wie unser Baby", sagt Sharon Denson und herzt ihren Hasen Jessie. "Ich wurde hier geboren, meine Eltern wurden hier geboren", erzählt Maggie Hawkins, die zusammen mit ihrem Hund in einen Bus steigt. Wer die Stadt noch nicht verlassen hat, bereitet sich auf die Abreise vor. Die Menschen nageln Bretter vor die Fenster ihrer Häuser, schichten Sandsäcke auf. Hotels bitten Touristen, die Stadt zu verlassen, die ganze Woche über bleiben die Schulen geschlossen.

"Es ist besser organisiert", sagt Naomi Brown, die gerade einen Großeinkauf im Supermarkt macht. Am 29. August 2005 hatte die "Katrina"-Katastrophe New Orleans unvorbereitet getroffen. Der Sturm zerstörte die schlecht gebauten Dämme und setzte 80 Prozent der Stadt bis zu viereinhalb Meter unter Wasser. Zehntausende Menschen verbrachten Tage auf Dächern und Brücken sowie in chaotisch organisierten Notunterkünften. Das miserable Katastrophenmanagement fiel auch auf US-Präsident George W. Bush zurück, dessen Umfragewerte danach stetig sanken. Diesmal empfahl Bürgermeister Ray Nagin den Bewohnern "mit Nachdruck", die Stadt zu verlassen. Präsident Bush rief nach Louisiana vorsorglich auch für Texas den Notstand aus.

Sein Heim zu verlassen sei eine "schwere Entscheidung", äußerte Bezirksvorsteher Craig Taffaro Verständnis für die Sorgen der Bewohner. Sein Stadtbezirk St. Bernhard gehörte 2005 zu einem der am härtesten getroffenen Stadtteile von New Orleans. Wer in der Stadt ausharre, werde es nicht leicht haben, meint Maria Chopin, die ihren Kofferraum mit Lebensmitteln füllt. Es werde kein fließendes Wasser und keinen Strom mehr geben. Trotzdem zögern einige Bewohner die Abreise wieder bis zum letzten Augenblick hinaus. "Eigentlich sollte ich schon aufbrechen", sagt Sheile Robertson. "Aber ich warte noch ein bisschen. Ich weiß, dass das riskant ist." 2005 hatte sie die Stadt verlassen. Ihr Haus wurde im Sturm zerstört.

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