Welt : Hurrikan Isidorenimmtneuen Anlauf

Der nächste tropische Sturm

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Mexiko-Stadt/Bridgetown (dpa). Der Tropensturm „Isidore“, der im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatán mindestens drei Menschen getötet und Tausende obdachlos gemacht hat, hat sich am Dienstag wieder vom Land entfernt. Wie das US-Hurrikanzentrums in Miami (Florida) mitteilte, ging er vor der Nordküste Yucatans mit Windgeschwindigkeiten von 85 Kilometern pro Stunde auf Nord-West-Kurs. Auf diesem würde er in den nächsten Tagen den US-Bundesstaat Texas erreichen. Die Meteorologen erwarteten, dass „Isidore“ über dem Golf von Mexiko wieder an Stärke zulegt.

„Isidore“ war am Sonntag mit Hurrikan-Stärke auf Yucatán getroffen und hatte dort schwere Verwüstungen angerichtet. Die Behörden bezifferten die Zahl der vom Unwetter geschädigten Bewohner auf 20 000, rund 15 000 waren von der Außenwelt abgeschnitten. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung war ohne Strom- oder Wasserversorgung. Die Regierung des Staates Yucatán erklärte den Notstand, und Mexikos Staatspräsident Vicente Fox reiste am Montag ins Katastrophengebiet. Die Ölförderung Mexikos musste eingeschränkt werden, nachdem die Bohrinseln im Golf von Mexiko vorsorglich evakuiert worden waren. Dadurch wurde der internationale Ölpreis zusätzlich in die Höhe getrieben. Die Großstadt Mérida war schon lange nicht mehr von einem so heftigen Wirbelsturm getroffen worden. Hurrikans dieser Stärke treten jedes Jahr zwischen Juni und November in den tropischen Breiten des westlichen Atlantiks auf, treffen aber immer wieder unterschiedliche Punkte. „An der Zahl der Hurrikans in diesem Jahr ist bislang absolut nichts ungewöhnlich“, sagte der Potsdamer Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe.

Im Südosten der Karibik zog am Dienstag ein neuer Tropensturm in Richtung Westen. Am Morgen lag das Zentrum von „Lili“ rund 250 Kilometer nordwestlich der zu Venezuela gehörenden Insel Margarita. Die Windgeschindigkeiten erreichten 95 Stundenkilometer bei steigender Tendenz. Ab 119 Stundenkilometern sprechen Meteorologen von einem Hurrikan. Am Montag hatte „Lili“ die Kleinen Antillen in Höhe der Grenadinen überquert.

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