Hurrikan Katrina : Bush war frühzeitig gewarnt

US-Präsident Bush ist frühzeitig vor Hurrikan Katrina gewarnt worden. Bush hatte dagegen kurz nach den verheerenden Zerstörungen gesagt, dass niemand das Ausmaß des Wirbelsturmes habe voraussagen können.

Washington - Einen Tag, bevor der Wirbelsturm Ende August 2005 New Orleans und weite Teile der Südküste der USA verwüstete, wiesen Vertreter der Katastrophenschutzes (FEMA) während einer Videokonferenz Bush auf die katastrophalen Gefahren hin. Das geht aus einer am Mittwochabend veröffentlichten Videoaufzeichnung der internen Besprechungen hervor. Die US-Fernsehsender strahlen das bislang unbekannte Material aus, das die amerikanische Nachrichtenagentur ap erhalten hatte.

Bush hatte in den Tagen nach der verheerenden Zerstörungen nach «Katrina» gesagt, dass niemand das Ausmaß des Wirbelsturmes und Brüche in den Staudämmen habe voraussagen können. Die Videoaufzeichnungen belegen indessen, dass der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrums, Max Mayfield, ausdrücklich darauf hinwies, dass «Katrina» viel gefährlicher sei als Wirbelsturm «Andrew», der 1992 Schäden in Milliardenhöhe in Florida anrichtete. Mayfield äußert auch die Sorge, dass die Dämme in New Orleans brechen könnten.

Auch der damalige Direktor des Katastrophenschutzes Michael Brown äußerte die Besorgnis, dass die Zahl der Rettungskräfte nicht ausreichen könnte, um Tausenden von flüchtenden Menschen zu helfen. Dagegen versicherte Bush während der Lagebesprechung, dass dass die Regierungsbehörden bestens auf die Zeit während des Sturms und danach vorbereitet seien.

In einer ersten Reaktion sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Trent Duffy, dass sich Bush mehrfach eingeschaltet, aber die Entscheidungen auf dem «Schlachtfeld» seinen Kommandeuren überlassen habe. Bush sei nicht mit der Hilfe zufrieden gewesen, sagte Duffy der «Washington Post».

Sechs Monate nach der verheerenden Katastrophe an der Südküste der USA legte das Weiße Haus in der vergangenen Woche einen Untersuchungsbericht vor. Darin war von gravierenden Fehlern und schwerwiegendem Versagen die Rede. Insgesamt wurden 125 Verbesserungsvorschläge gemacht. (tso/dpa)

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