Hurrikan "Sandy" : Experten befürchten meterhohe Wellen in New York

Schulen bleiben geschlossen, Tausende Flüge wurden gestrichen, die Börse in New York setzt den Parketthandel aus: Der drohende Hurrikan "Sandy" legt das öffentliche Leben an der US-Ostküste lahm. Laut Experten könnte der Sturm sogar Manhatten unter Wasser setzen.

Dunkle Wolken über New York: Die US-Metropole wappnet sich für den Hurrikan "Sandy". Foto: reu
Dunkle Wolken über New York: Die US-Metropole wappnet sich für den Hurrikan "Sandy".Foto: reu

Mit eindringlichen Warnungen haben die Behörden im Osten der USA Bewohner gefährdeter Gebiete vor dem drohenden Hurrikan „Sandy“ zum Verlassen der Region aufgefordert. Die Zeit der Vorbereitung und des Redens sei praktisch abgelaufen, sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate.„Die Leute müssen jetzt handeln.“ Experten zufolge könnte der befürchtete Megasturm in einem 1300 Kilometer breiten Streifen von der Ostküste bis zu den Großen Seen Chaos anrichten.

Bedroht sind 50 Millionen Menschen in dem dicht besiedelten Gebiet. New York könnte demnach von einer 3,3 Meter hohen massiven Welle getroffen werden, die Teile Manhattans unter Wasser setzen würde. Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete am Sonntag die Evakuierung niedrig liegender Stadtteile an. Wer sich nicht in Sicherheit bringe, gefährde nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der Menschen, die dann zu Hilfe eilten, sagte Bloomberg.

Die US-Ostküste nach Supersturm "Sandy"
Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
1 von 124Foto: dpa
03.11.2012 21:49Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten.

Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sagte: „Seid nicht dumm. Haut ab.“ Von North Carolina im Süden bis Connecticut im Norden wurde der Ausnahmezustand verhängt. Fluggesellschaften strichen in dem Gebiet nach Angaben des Internetdienstes FlightAware bis zum Montag mehr als 7.600 Flüge, auch viele Verbindungen von und nach Deutschland waren betroffen. Die Eisenbahngesellschaft Amtrak stellte den Passagierbetrieb im Nordosten der USA ein.

In New York, Philadelphia, Washington, Baltimore und Boston sollten am Montag die Schulen geschlossen bleiben. Notunterkünfte wurden geöffnet. Die New Yorker U-Bahn stellte am Sonntag den Verkehr ein, normalerweise betriebsame Bahnhöfe wie die Central Station waren verwaist. Auch in Washington und Philadelphia war der U-Bahn-Verkehr stillgelegt. Der Parketthandel an der New Yorker Aktienbörse sollte am Montag ebenso wie an der Rohstoffbörse NYMEX geschlossen bleiben. Der elektronische Handel werde aber fortgesetzt, erklärten beide Börsen am Sonntag.

US-Präsident Barack Obama besuchte am Sonntag die Katastrophenschutzbehörde in Washington und informierte sich über den Stand der Vorbereitungen. „Meine wichtigste Botschaft ist, dass alle (den Sturm) ernst nehmen müssen“, sagte Obama. Die Menschen sollten den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge leisten. Zugleich appellierte er an die Amerikaner, zusammenzurücken und sich gegenseitig zu helfen.

„Sandy“ war in den vergangenen Tagen durch die Karibik gezogen und hatte mindestens 65 Menschen das Leben gekostet. Prognosen zufolge trifft der Hurrikan am Montagabend bei New Jersey auf Land. Am Sonntagabend (Ortszeit) lag der Sturm 750 Kilometer südöstlich von New York. Er gilt als besonders gefährlich, weil er sich auf Kollisionskurs mit zwei winterlichen Wetterfronten befindet. Befürchtet werden heftiger Wind, bis zu 30 Zentimeter Regen und bis zu 60 Zentimeter Schnee. (dapd)

2 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben