Welt : ICE kollidiert mit Traktor Keine Schwerverletzten, Müntefering war an Bord

Lippstadt - Ein ICE ist am Mittwoch im westfälischen Lippstadt bei voller Fahrt in einen Traktor gekracht. Der Treckerfahrer konnte sich mit einem Sprung zur Seite retten. Zeugen zufolge hatte der 49-Jährige am Mittwoch einen Bahnübergang überqueren wollen, als sich die Schranken schlossen und der Schnellzug mit Tempo 160 heranraste. Sekunden später kam es zum Crash, wie die Polizei in Soest mitteilte. Im Zug saßen 200 Reisende, unter ihnen der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering. Schwer verletzt wurde offenbar niemand.

Der Polizei bot sich aber ein wüstes Bild: Tausende Trümmerteile des Traktors waren auf die Schienen und auf in der Nähe geparkte Autos geflogen, sein Motor lag hundert Meter entfernt auf den Gleisen. Die Ladeschaufel des Traktors steckte in der Front des Schnellzugs, der in Richtung Paderborn unterwegs gewesen war. Der Treckerfahrer habe unter Schock gestanden, berichteten die Beamten. Zunächst blieb deshalb unklar, wieso der Traktor es nicht rechtzeitig über die Schienen geschafft hatte. „Möglicherweise gab es eine Panne“, sagte ein Polizeisprecher.

Nach dem Unfall sollte die Bahnstrecke zwischen Lippstadt und Paderborn bis zum Abend gesperrt bleiben. Die Fahrgäste des Schnellzugs, der einmal am Tag von Darmstadt über Köln, Dortmund und Kassel nach München fährt, mussten mit Bussen und Taxen weiterfahren. Auch SPD-Politiker Franz Müntefering konnte seine Reise zu einem Termin fortsetzen. Er sei wohlauf, erklärte sein Bundestagsbüro in Berlin. Der 71-Jährige hat Erfahrung mit brenzligen Situationen im Verkehr. Vor knapp zwei Jahren war er an Bord eines Flugzeugs, das auf dem Stuttgarter Flughafen notlanden musste. dpa

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