Welt : Ich gestehe!: Beate Wedekind, Ex-Bunte-Chefin und Galeristin

Bea Schnippenkoetter

Ich habe ein Gewichtsproblem. Es geht um zehn bis fünfzehn Kilo. Ständig muss ich mich disziplinieren, was aber schwierig ist, weil ich viel ausgehe und und dabei zwangsläufig mit einer Menge köstlicher Sachen konfrontiert werde. Bei der Goldenen Kamera etwa, die ich selber produziere, schaffe ich es zwar, bis ein Uhr nachts an den Buffets vorbeizugehen, weil ich natürlich total im Stress bin. Aber dann geht es los: Ich stelle mich in eine Ecke und stopfe Fingerfood in mich hinein. Jedesmal schäme ich mich maßlos, insbesondere, wenn ich dabei ertappt werde. Es ist mir in erster Linie vor mir selber peinlich, weil ich ja gerne abnehmen würde. Aber dabei auch noch erwischt zu werden, umringt von etlichen leer gefutterten Tellern, ist wahrhaft beschämend. Aber im Großen und Ganzen ist mir wenig peinlich. Ich bin relativ angstfrei. Allerdings bin ich vor kurzem beim Flunkern ertappt worden. Das war mir so peinlich, dass ich richtig rot geworden bin. Ich bin in der Tat eine termingestresste Person. Es passiert auch mal, dass ich versehentlich zwei Termine gleichzeitig vereinbare. Kürzlich habe ich von meiner Assistentin anrufen und sagen lassen, es täte mir wahnsinnig Leid, aber ich sei unterwegs aufgehalten worden, und wir müssten unsere Verabredung leider verschieben. Drei Minuten später klingelt das Telefon, und ich Depp bin so blöd und hebe den Hörer ab. Prompt ist die Person am Apparat, der ich gerade habe sagen lassen, ich sei gar nicht da. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Stattdessen bin ich aufgestanden und habe mich mit hochrotem Kopf für meine Ausrede entschuldigt.

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