Welt : Ich gestehe!: Leonard Lansink, Schauspieler "Ein starkes Team"

Bea Schnippenkoetter

Ich bin als Jugendlicher beim Klauen von Turnschuhen erwischt worden. Das ist jetzt nicht besonders originell, aber es hat doch noch eine Bewandnis. Ich bin aus dem Laden getürmt und der Verkäufer hinterher. Aber ich war schneller als er. Doch dann wurde eine richtige Hetzjagd daraus. Zwei Männer von der GSG 9, die zufällig in der Nähe waren, hatten das mitbekommen und sind mir mit dem Wagen gefolgt. Mit quietschenden Reifen haben sie mich gestoppt und in Handschellen abgeführt. Das war für den kleinen Jugenddieb, der ich war, ziemlich peinlich. Blamabel war auch, als ich den Kamerakran umgefahren habe. Es war vor zehn Jahren bei den Dreharbeiten zu "Leo und Charlotte" von Kaspar Heidelbach. Neben mir saß Klaus Behrendt, hinter mir Martina Gedeck. Man muss wissen, ich habe keinen Führerschein. Als ich jung war, war ich zu arm, ihn zu machen und später mochte ich nicht mehr. Das wusste natürlich auch die Produktion. Aber als Schauspieler muss ich halt auch immer mal wieder am Steuer sitzen. Die Szene war eigentlich nicht schwierig. Ich musste nur an der Kamera vorbei. Die war auf dem Kran, weil man in der Einstellung alles sehen musste: wo wir her kamen und wo wir hinfuhren und alles. Und auf dem Kran saß das Kamerateam. Der Regisseur rief immerzu: schneller, schneller! Na, und da ist es passiert. Der Kran stand bedenklich schief. Die Leute da oben waren angeschnallt und hingen gefährlich in der Luft. Gewöhnlich wird jede Szene mehrmals gedreht, bis alles genau stimmt. Diese Szene wurde jedenfalls nicht wiederholt.

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