Welt : „Ich krieg dich“

Cho Seung-Hui hat Theaterstücke geschrieben. Hier zwei Auszüge, ins Deutsche übersetzt, aus seinen Texten

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Zwei der Theaterstücke, die der Amokläufer Cho Seung-Hui schrieb, kursieren im Internet. In einem davon, namens „Richard McBeef“, beschimpft ein Junge seinen Stiefvater rüde, und bezichtigt ihn, seinen leiblichen Vater umgebracht zu haben. In einem anderen, namens „Mr. Brownstone“, werden Schüler von einem Lehrer um einen Spielgewinn gebracht. Hier eine Passage aus diesem Stück:

* * *

John: Uff! Nach einem langen, entzückenden Tag in der Schule wollen wir bloß mal alleine sein.

Jane: Es gibt aber auch keinen sicheren Ort zum Abhängen. Wir können nicht vor dem Supermarkt rumgammeln, wir können nicht in den Park, nicht auf die Straße. Der einzige Ort, an dem wir vor „ihm“ sicher sind, ist hinter den beschissenen Müllcontainern.

John: Herr Brownstone.

Joe: Der alte Pfurz will uns einfach nicht alleine lassen.

Jane: Seine einzige Aufgabe ist, unser Leben erbärmlicher zu machen.

John: Ich würde ihn gern töten.

Jane: Verdammt soll ich sein, wenn er nicht stirbt. Ich wünsche diesem alten Pfurz, dass er einen Herzinfarkt bekommt und tot umfällt, so, wie es sich für alte Leute gehört.

John: Mach Platz für die junge Generation, du alter Pfurz!

Joe: Alles, was der tut, ist, uns nachzuschnüffeln und zu nörgeln und uns zu drohen.

Jane: Hat der nichts Besseres zu tun?

John: Glaube ich nicht. Der ist wie ein Parasit. Der zehrt von dem Elend, dass er uns zufügt.

Joe: Wäre er ein Blutegel, dann könnte ich ihn abziehen und ihn unter meinen Schuhsohlen zerdrücken. Aber er ist nun mal ein ausgewachsener Mann.

John: Verdammter Lehrer.

Jane: Ein Lehrer. Oh mein Gott.

Joe: Der Mann hat keinerlei Anstand.

John: Acht Stunden am Tag sind genug.

Jane: Was will der denn noch von uns, dass er uns ständig verfolgt. Wir sind doch bloß Kinder. Der soll uns verdammt nochmal in Ruhe lassen.

Joe: So ein alter geiler Bock.

Jane: Der hat mir eine Sechs gegeben, nur weil ich vergessen hab, zwei Hausaufgaben abzugeben.

Joe: Der kam zu mir nach Hause und erzählte meiner Mutter lachend, dass ich gesagt hätte, wir hätten kein Telefon zu Hause.

John: Der ließ mich nachsitzen und fickte mich in den Arsch, weil ich einen harmlosen Witz machte.

Joe: Oh. Du meinst diesen Witz über seinen Namen?

John: Ich sagte bloß, dass sein Name wie ein Nierenstein klingt, der aus dem Hintern kommt und dies der Grund ist, weshalb er immer ruppig und wütend ist.

(...)Jane: Du hast total recht. Das muss sich anfühlen, als ob eine Frau ein Kind gebiert … Er hat dich in den Arsch gefickt. Er ist ein Vergewaltiger.

Joe: Er hat wahrscheinlich die Hälfte der ganzen Klasse vergewaltigt.

John: Er hat uns alle in den Arsch gefickt. Wie soll man es denn sonst nennen, was High-School-Lehrer tun?

Joe: So ein alter, verstockter, böser Mann.

John: Ich will ihn umbringen.

Jane: Ich will sehen, dass er so blutet, wie er uns Kinder hat bluten lassen.

* * * Und aus „Richard McBeef“, dem Stück, aus dem die Abbildung ist (Richard ist der Stiefvater, John der Sohn):

Richard (zur Mutter): Warum gehen wir nicht ins Schlafzimmer und machens von hinten, wie du es magst, Liebling?

John (in seinem Zimmer): Ich hasse ihn. Muss den Pimmel töten. Dieser Pimmel muss sterben. Tötet den Pimmel … Richard McBeef. Was für ein Name ist das? Ein Name für ein Arschloch. Ich kann ihn nicht ausstehen. Und schau auf dieses Gesicht. Das Gesicht eines Arschlochs. Du glaubst nicht, dass ich dich töten könnte, du Pimmel? Ich krieg dich. Ich hab ein Auge … Bekomme das andere.


Quelle: aolnews, Übersetzung: Tsp

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