Welt : Im Fall Brunner bleibt die Anklage bei Mordversuch

München - Im Prozess um den Tod des Geschäftsmanns Dominik Brunner hat die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen gefordert. Der zur Tatzeit 18-jährige Markus S. sei wegen versuchter räuberischer Erpressung, schwerer Körperverletzung und Mordes aus niederen Beweggründen zu verurteilen, sagte Staatsanwältin Verena Käbisch. Allerdings sei wegen mangelnder Reife das Jugendstrafrecht anzuwenden. S. habe mit Tötungsvorsatz gehandelt. Für den damals 17-jährigen Sebastian L. beantragten die Ankläger eine Jugendstrafe von acht Jahren. Sie verzichteten hier auf eine Verurteilung wegen Mordes. Bei ihm gebe es Zweifel am Tötungsvorsatz, er sei zudem weniger aggressiv gewesen und habe echte Reue gezeigt.

Brunner hatte sich Mitte 2009 in der Münchner S-Bahn schützend vor vier Schüler gestellt, die von den Angeklagten um 15 Euro erpresst werden sollten. „Er wurde getötet, weil er Zivilcourage zeigte“, erklärte Käbisch die niederen Beweggründe. Das Urteil soll am 6. September gesprochen werden. rtr/dpa

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