Im Test: Nissan X-Trail : Im Bruderkampf

23.07.2012 16:11 Uhrvon
  • Eher Stadtmensch als Landei -  Der Nissan X-Trail ist einer der Veteranen unter den SUVs. Schon 2001 verließ er die Feldwege und zeigte sich als urbaner Lebenskünstler. Allerdings hat er sich noch ein paar Offroad-Gene erhalten. Foto: Markus Mechnich
    Eher Stadtmensch als Landei - Der Nissan X-Trail ist einer der Veteranen unter den SUVs. Schon 2001 verließ er die Feldwege und zeigte sich als urbaner Lebenskünstler. Allerdings... - Foto: Markus Mechnich
  • Mit 21 Zentimetern hat er noch so etwas wie Bodenfreiheit. Auch die Böschungswinkel - Vorne sind es 28, hinten 24 Grad - können sich durchaus sehen lassen. Auch die übrigen Werte fürs Gelände sind durchaus in Ordnung. Allerdings hat das Ganze auch seine Grenzen. Foto: Markus Mechnich
    Mit 21 Zentimetern hat er noch so etwas wie Bodenfreiheit. Auch die Böschungswinkel - Vorne sind es 28, hinten 24 Grad - können sich durchaus sehen lassen. Auch die übrigen Werte... - Foto: Markus Mechnich
  • Zwar bringt der X-Trail ein Allradsystem mit. Doch eine Geländeuntersetzung oder ein entkoppelbares Sperrdifferential sucht man vergebens. Da ist er dann doch eher der Stadtmensch auf Sonntagsausflug. Foto: Markus Mechnich
    Zwar bringt der X-Trail ein Allradsystem mit. Doch eine Geländeuntersetzung oder ein entkoppelbares Sperrdifferential sucht man vergebens. Da ist er dann doch eher der Stadtmensch... - Foto: Markus Mechnich

Der Nissan X-Trail ist einer der Veteranen unter den SUVs. Seit 2001 auf dem Markt gehört er noch zu den Sport-Vehikeln, die auch fürs Gelände gedacht waren. Doch die Zeiten ändern sich und der Veteran muss sich mit immer mehr Neuzugängen im eigenen Lager auseinandersetzen.

Warum der X-Trail nicht mehr so im Rampenlicht steht, zeigt sich schon auf den ersten Blick. Die eigenwillig gestalteten Scheinwerfer blicken fast zornig auf den Betrachter. Nein, eine Schönheit ist er nicht unbedingt. Dabei war er mal der Star unter den Geländewagen von Nissan. Auf jeden Fall zu seiner Premiere, aber noch 2008 wurden annähernd 5000 X-Trail in Deutschland zugelassen. Und das, obwohl schon die erste Generation des Qashqai auf dem Markt war.
Mit dem teilt er sich die Plattform und ansonsten noch eine Motorisierung. Tatsächlich kostete ihn der kleine Bruder mächtig Kundschaft. Seitdem Nissan mit dem Juke auch noch eine Klasse tiefer einen Stadt-Geländewagen platziert hat, hat es der X-Trail nochmals schwerer.

Denn der Neuling verkauft sich, trotz der sehr eigenwilligen Optik, ziemlich gut.


Kompetenz abseits der Straße

Stadt-Indianer: Der X-Trail bewegt sich irgendwo zwischen den Schicki-SUVs und echten Offroadern. In dieser Nische macht er seine Sache aber sehr ordentlich. Foto: Markus Mechnich
Stadt-Indianer: Der X-Trail bewegt sich irgendwo zwischen den Schicki-SUVs und echten Offroadern. In dieser Nische macht er seine Sache aber sehr ordentlich. - Foto: Markus Mechnich

Dabei sind die beiden Brüder wirklich Schicki-SUVs ohne großartige Geländekompetenz. Aber sie treffen eben den Zeitgeist und sind teils deutlich günstiger. Da kann der Veteran vor allem sein großzügiges Raumangebot und seine Geländekompetenz entgegen halten. Tatsächlich wollen die Schicki-SUV-Fans ja gar nicht ins Gelände. Die Zahlen sprechen in dem Fall für sich.
Dass der X-Trail jenseits der befestigten Straßen seine Kompetenzen hat, lässt sich leicht mit Fakten belegen. Die Wattiefe von 45 Zentimeter spricht dafür, die Böschungswinkel von 28 Grad vorne und 24 Grad hinten ebenso. Und auch die Mindest-Bodenfreiheit von 21 Zentimetern ist zwar nicht Sahara-tauglich. Aber für den kleinen Ausritt reicht das schon.


Alles Diesel beim X-Trail

Praktisch: Die integrierten Schubladen unter dem Ladeboden im Heck sind eine gute Idee. Allerdings gibt es sonst keine Befestigungen für das Gepäck hinten. Das ist eine weniger gute Idee. Foto: Markus Mechnich
Praktisch: Die integrierten Schubladen unter dem Ladeboden im Heck sind eine gute Idee. Allerdings gibt es sonst keine Befestigungen für das Gepäck hinten. Das ist eine weniger... - Foto: Markus Mechnich

Vor zwei Jahren wurde der X-Trail leicht überarbeitet. Optisch ist davon kaum etwas zu sehen, aber das Motorenangebot und der Innenraum zeugen davon. 2010 ist das Interieur verbessert worden und seitdem gibt es nur noch Diesel-Motoren im Angebot. Konkret ist das ein Diesel-Antrieb mit zwei Litern Hubraum und wahlweise 150 oder 174 PS. Das scheint bei einem Leergewicht von 1690 Kilogramm zwar nicht gerade üppig. Aber das Auto ist damit dennoch sehr ordentlich motorisiert, wie sich bei unseren Fahrten mit der stärkeren der beiden Varianten zeigte. Sicherlich nicht zuletzt wegen der 360 Newtonmeter Drehmoment, die normalerweise an die Vorderachse gegeben werden.

Der zuschaltbare Allradantrieb entpuppt sich immer wieder als eine gute Idee, wenn es um den Verbrauch geht. Mit 6,4 Litern steht der X-Trail im Prospekt. Dieser Wert lässt sich in der Praxis kaum realisieren, aber wir haben in einem stadtlastigen Durchgang einen Verbrauch von neun Litern gemessen. Das ist für ein Auto mit diesen Dimensionen durchaus in Ordnung. Ob man jetzt wirklich in zehn Sekunden die 100 km/h erreicht oder die 200 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit, haben wir jetzt nicht überprüft. Allerdings belegt der subjektive Eindruck diese Angaben nicht unbedingt. Hin oder her, es lässt sich sehr angenehm unterwegs sein mit diesem Nissan. Ein lahme Ente ist er sicher nicht.

Wissens - Test

Service
Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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