Welt : Imker züchten resistente Bienenvölker

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Arnstadt Die Imker in Deutschland wollen mit Neuzüchtungen gegen die heimtückische Varroa-Milbe vorgehen, die seit Jahrzehnten schwere Schäden bei europäischen Bienenvölkern anrichtet. In Gehlberg bei Oberhof im Thüringer Wald sollen Bienenvölker gezüchtet werden, die widerstandsfähiger gegen die aus Asien eingeschleppte und besonders gefräßige Milbe sind, sagte der Zuchtobmann beim Landesverband Thüringer Imker, Albrecht Stoß. Das Gebiet um Gehlberg ist eine extra bienenfrei gehaltene Zone, die für solche Neuzüchtungen unbedingt notwendig ist. Diese Zone existiert schon seit 1911.

„Normalerweise hätten die europäischen Bienen gut 100 Jahre Zeit gehabt, sich auf die Milbe einzustellen“, erklärte Stoß. Weil der Mensch aber schneller veranlasst habe, dass sich der asiatische Parasit auf nicht natürlichem Wege ausbreiten konnte, müssten nun Züchter nachhelfen. Bienenvölker, die sich in den vergangenen Jahren als besonders wehrhaft gegenüber der Varroa-Milbe erwiesen hätten, würden in diesen Tagen in Gehlberg aufgestellt. Über die Begattung von Bienenköniginnen aus ganz Deutschland soll ihr Erbgut dann möglichst rasch vervielfältigt werden, so dass die von der Milbe verurachten Schäden sich zumindest nicht weiter ausbreiten können. Ausrotten lässt sich die Milbe auf diese Weise nach Angaben des Experten zwar nicht mehr. „Aber wir haben die Hoffnung, dass die deutschen Bienen immer besser mit dem Parasiten zurechtkommen.“ Die dann etwas wehrhafteren Völker müssten konsequent vermehrt und möglichst bald durch weitere milbenfeste Völker unterstützt werden. „Auf diese Weise haben wir das Milbenproblem vielleicht schon in 30 Jahren im Griff – statt in 100 Jahren“, so Stoß. dpa

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