• Immer mehr Mädchen treiben ab Verhütung geht wegen Unerfahrenheit oftmals schief

Welt : Immer mehr Mädchen treiben ab Verhütung geht wegen Unerfahrenheit oftmals schief

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Saarbrücken (dpa). In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Abtreibungen bei Mädchen unter 18 Jahren bundesweit um rund 60 Prozent gestiegen, sagte der Leiter der Pro-Familia-Beratungsstelle im Saarland, Heinz Krämer, am Dienstag. Allein von 2000 auf 2001 habe die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche Jugendlicher von 6337 auf 7605 zugenommen. Auch die Zahl der minderjährigen Mütter steige leicht. Als einen der Hauptgründe für die Entwicklung nannte Krämer, dass Mädchen heute im Durchschnitt schon mit 16 Jahren zum ersten Mal Sex hätten. „Zwar werden beim ersten Mal zu 90 Prozent Verhütungsmittel angewandt. Wegen der Unerfahrenheit der Anwender geht die Verhütung aber oftmals schief“, sagte dazu die familienpolitische Sprecherin der saarländischen SPD, Isolde Ries. Sie forderte am Dienstag die Bundesregierung schriftlich auf, die „Pille danach“ rezeptfrei in Apotheken abgeben zu lassen. Sie hilft noch 72 Stunden nach dem Verkehr.

USA: Kritik an Abstinenzunterricht

Die Regierung in Washington stellt den Bundesstaaten pro Jahr 50 Millionen Dollar für die Verbreitung der Abstinenz-Lehre an den Schulen zur Verfügung. Staaten, die das Geld akzeptieren, müssen zusätzlich Mittel beisteuern. Das bedeutet ein Gesamtbudget von jährlich 87,5 Millionen Dollar. Nicht genug, befindet US-Präsident George W. Bush, der eine Aufstockung anstrebt. Die Programme unterliegen strikten Auflagen. So muss den Schülern vermittelt werden, „dass sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe wahrscheinlich schädliche psychische und physische Auswirkungen haben“. Verhütungsmittel oder Kondome dürfen nicht als Möglichkeit zur Verhinderung von unerwünschten Schwangerschaften und als Schutz vor Aids und anderen Krankheiten propagiert werden. Kritiker halten den Abstinenzunterricht für unverantwortlich und gefährlich. Belle Sawille, Präsidentin der „Nationalen Kampagne zur Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften“ sagt: „Es ist eine Tatsache, dass es junge Leute gibt, die sexuell aktiv sind, ganz gleich, was Erwachsene ihnen sagen. Es macht doch keinen Sinn, ihnen nicht zu erklären, wie sie sich schützen können.“ Die US-Gesundheitsbehörde CDC verweist darauf, dass es bisher keinerlei fundierte Erkenntnisse über einen Erfolg der Abstinenz-Lehre gebe.

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