• Immer noch kein Erfolg bei der Suche nach Pascal Statt Spürhunden will die Polizei nun Radargeräte einsetzen

Welt : Immer noch kein Erfolg bei der Suche nach Pascal Statt Spürhunden will die Polizei nun Radargeräte einsetzen

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Saarbrücken/Schoeneck (dpa). Im Kinderschänderfall Pascal reißt die Serie von Missgeschicken der Ermittler nicht ab. Weil die Polizei sicher war, dass die Leiche des fünfjährigen Jungen von seinen Mördern in einem 200 mal 30 Meter großen Teilstück einer riesigen Sand, Kies- und Kohlenstaubgrube verscharrt worden war, suchte sie dort intensiv mit Leichenspürhunden. Ergebnis der nun vorerst abgebrochenen Aktion: absolut nichts, nicht einmal ein Fetzchen Stoff von der Kleidung Pascals oder eine Speiche seines blau-gelben Fahrrads, das wie der Junge seit September 2001 nicht wieder aufgetaucht ist.

Die in der riesigen Sand- und Kiesgrube im lothringischen Schoeneck bei Saarbrücken eingesetzten Leichenspürhunde dürften für den neuerlichen Misserfolg der Ermittler kaum verantwortlich gewesen sein. „Wäre die Leiche hier irgendwo, hätten die Hunde eine Chance von deutlich mehr als 50 Prozent, sie zu finden“, sagt der Leiter der Saarbrücker Diensthundestaffel, Gerhard Rullang. Bis zur Erschöpfung hatten die vier deutschen und belgischen Schäferhunde an den vielen Bohrlöchern in der Erde mit der Kraft eines Staubsaugers nach Verwesungsgeruch geschnüffelt. Die aus Rheinland-Pfalz angeforderten Hunde waren in achtwöchiger Spezialausbildung auf solche Einsätze getrimmt worden und hatten auch schon erfolgreich nach Leichen gesucht.

Verwesungsgeruch, so ein Gerichtsmediziner der Universität des Saarlandes, müsste es bei einer Leiche auch nach eineinhalb Jahren noch geben. „Die Leichenspürhunde hatten hier zuletzt optimale Witterungs- und Bodenverhältnisse“, meint auch Saarbrückens Polizeisprecher Dirk Britz an der Sandgrube im lothringischen Schoeneck. Ob die Leiche Pascals nun an einer anderen Stelle des über vier Quadratkilometer großen Kraters aus Sand, Kies und Kohlenstaub gesucht werden soll, ist offen. Statt Spürhunden will die Polizei bei ihrer Suche nun auch Bodenradargeräte einsetzen.

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