Immigration : 300 Flüchtlinge erreichen Sizilien

Im Hafen von Pozzallo ist für 300 Flüchtlinge eine tagelange Irrfahrt zu Ende gegangen. Zuvor sollen libysche und maltesische Behörden auf Hilferufe nicht reagiert sein.

RomDie Flüchtlinge waren auf einem überladenen Fischerboot unterwegs und hatten sich in den Gewässern zwischen Libyen, Malta und Sizilien verirrt. Die Immigranten – darunter 46 Frauen und 29 Kinder – seien am Montagabend in Sizilien angekommen, berichteten italienische Medien. Ihr gesundheitlicher Zustand sei extrem schlecht.

Mindestens ein Mensch starb bei der vermutlich in Libyen gestarteten Überfahrt. Die Leiche wurde von der Küstenwache auf dem Boot entdeckt. Einige Flüchtlinge mussten ins Krankenhaus gebracht werden, vier Frauen sind schwanger. Die Immigranten sollen aus Somalia und Eritrea stammen.

Bereits am Freitag hatten die Flüchtlinge Hilferufe per Satellitentelefon abgesandt. Das schlechte Wetter sowie ein Zuständigkeitsstreit zwischen Italien, Libyen und Malta hätten die Rettung jedoch hinaus gezögert, hieß es in den Berichten. Die italienische Küstenwache habe nach Eingehen des Funkspruchs einen Tanker beauftragt, den Flüchtlingen zu helfen. Allerdings habe schwerer Seegang es unmöglich gemacht, die Flüchtlinge an Bord zu nehmen.

Zwischenzeitlich trieb das Boot den Berichten zufolge auch in maltesischen Gewässern, allerdings lehnte Malta Hilfe ab, da Italien zuerst um Hilfe gebeten worden sei. Der Tanker geleitete das Boot schließlich in italienische Gewässer. Die Staatsanwaltschaft von Modica kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

In der Ägäis sind bei dem Untergang eines Flüchtlingsboots etwa zur gleichen Zeit mindestens acht Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Das berichtete die griechische Agentur Ana am Dienstag. Neun Menschen habe die Küstenwache aus dem Wasser gerettet. Ein Kind werde noch vermisst. Die Flüchtlinge waren nach ersten Erkenntnissen von der Türkei aus aufgebrochen und in schwere See geraten.

Im vergangenen Jahr gelangten rund 70.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in die EU. Dabei nehmen sie große Gefahren auf sich. So ertranken im März mehr als 500 Menschen vor der libyschen Küste, als zwei Boote Schiffbruch erlitten.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar