Welt : In der Türkei schwindet die Hoffnung

Ercis - Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei haben Rettungskräfte ein rund zwei Wochen altes Baby, seine Mutter und seine Großmutter lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes in der Stadt Ercis geborgen. Sie waren am Sonntag von dem Beben der Stärke 7,2 in ihrer Wohnung überrascht worden. Am Dienstagabend konnte zudem ein zehnjähriger Junge in der Provinz Van lebend geborgen werden. Die wundersame Rettung gab den Rettungskräften in der Unglücksregion neuen Elan, weiterzusuchen. Doch tatsächlich schwindet die Aussicht auf weitere Wunder: Wegen der zunehmenden Kälte sinken die Überlebenschancen für Verschüttete. Bei dem Beben sind möglicherweise weitaus mehr Menschen getötet worden als bisher angenommen. Bis Dienstagabend zählten die Behörden insgesamt 432 Todesopfer, nach Einschätzungen des internationalen Roten Kreuzes könnten aber noch mehrere tausend Menschen verschüttet sein. Die Behörden bemühten sich am Dienstag weiter um die Versorgung von zehntausenden Überlebenden, von denen viele bereits die zweite Nacht in Folge bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Freien verbringen mussten. Tausende beheizbare Zelte wurden verteilt, doch die Zahl reichte nicht aus. Teilweise gab es Schlägereien bei der Verteilung. In einem Gefängnis revoltierten die Häftlinge, weil sie ihre Zellen trotz eines Nachbebens der Stärke 5,4 nicht verlassen durften. AFP/dpa

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