Welt : In Gentlemen-Manier zur Kasse gebeten

Posträuber überfallen Schweizer Intercity-Reisenden blieb Tat verborgen Bern(dpa).Nach dem Vorbild des britischen "Gentleman"-Räubers Ronald Biggs und seiner Komplizen haben in der Nacht zum Donnerstag bei Lausanne fünf Männer einen Schweizer Intercity-Zug überfallen und 20 Säcke mit Wertsendungen erbeutet.Die Polizei hatte bis Donnerstag abend weder eine Spur von den Tätern noch Informationen über den Wert der Beute.Verletzt wurde niemand; die etwa zehn Zugreisenden bemerkten den Überfall nicht."Wir haben eine Ahnung, was in den Wertsendungen drin ist", sagte Postsprecher Claude Gisiger.Genaueres werde erst nach Befragung der Absender gesagt.Uhren, Juwelen, Bargeld und Bankdokumente würden in der Regel als Wertsendungen aufgegeben. Nach Polizeiangaben spielte sich der Überfall in klassischer Posträubermanier ab.Zwei schwarzgekleidete, maskierte Männer drangen in den Führerstand des Intercity 744 Zürich-Genf ein und zwangen den Lokführer mit vorgehaltener Waffe, vor einer Tunneleinfahrt zu stoppen.Dann ketteten sie ihn mit Handschellen im Maschinenraum fest.Drei andere Täter öffneten - offenbar mit einem normalen Vierkant - die Tür zum Postwaggon, fesselten dort den mitfahrenden Postbediensteten und griffen sich die Säcke mit Briefen und Paketen.Die Räuber entkamen mit Autos, die in der Nähe der Gleise bereitstanden.Ein Schaffner alarmierte über Funk die Polizei.Wegen der Spurensicherung blieb der Zug über zwei Stunden stehen.Der Lokführer sagte später im Radio, er sei sich vorgekommen wie im Film - der legendäre Überfall auf den Postzug Glasgow-London von 1963 lieferte mehrfach Stoff für Kinofilme und TV-Serien ("Die Gentlemen bitten zur Kasse").

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