Indien : 21 Schulkinder sterben an vergiftetem Essen

Nach dem Verzehr von vermutlich vergiftetem Schulessen sind mittlerweile 21 Kinder gestorben, Dutzende sind noch im Krankenhaus - teils in kritischem Zustand. Unterdessen kam es zu ersten Massenprotesten gegen die Regierung.

Für viele Menschen in Indien sind einfache Linsen- und Reisgerichte Lebensgrundlage. Eine solche Mahlzeit wurde nun Schulkindern zum Verhängnis.
Für viele Menschen in Indien sind einfache Linsen- und Reisgerichte Lebensgrundlage. Eine solche Mahlzeit wurde nun Schulkindern...Foto: Picture Alliance / dpa

Ein offenbar vergiftetes Mittagessen in einer indischen Schulkantine hat schlimme Konsequenzen: Insgesamt seien 21 Kinder an den Folgen der „anscheinend giftigen“ Mahlzeit aus Reis und Linsen gestorben, teilte das Bildungsministerium des nordindischen Bundesstaats Bihar der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit. Kriminalexperten haben nach offiziellen Angaben Spuren von Insektengift in den Zutaten gefunden. Rund 30 weitere Kinder würden nach wie vor im Krankenhaus behandelt. Einige von ihnen seien in einem kritischen Zustand, hieß es. Am Dienstag hatten die Behörden zunächst nur den Tod von acht Schülern unter zehn Jahren gemeldet.
„Es sieht nach einem Fall von Lebensmittelverunreinigung aus“, sagte der zuständige Minister M Pallam Raju. Die Regierung des Bundesstaates versprach den Familien der Opfer jeweils eine Entschädigung von umgerechnet etwa 2500 Euro. Während die Ermittlungen zu den Ursachen der Tragödie noch liefen, protestierten hunderte empörte Menschen gegen die Regierung des Bundesstaats. Sie forderten „ernste Konsequenzen“ für die verantwortlichen Beamten.

Kostenloses Essen ist weit verbreitet

Der Regierungschef von Bihar, Nitish Kumar, hatte zuvor bereits eine Untersuchung angeordnet. Ein Team aus Forensikern sei an die staatliche Schule des Dorfes Masrakh im Distrikt Saran entsandt worden, um die Todesursache zu klären, teilte er mit. Kumar kündigte zudem an, dass die Familien der toten Kinder Entschädigungen erhalten sollten.

In vielen der 29 indischen Bundesstaaten erhalten Kinder aus armen Familien kostenloses Essen an staatlichen Schulen, wodurch auch die Anwesenheitsquote gesteigert werden soll. Wegen Hygienemängeln oder minderwertiger Zutaten kommt es jedoch immer wieder zu Lebensmittelvergiftungen. Steigende Lebensmittelpreise haben den Leidensdruck für die 455 Millionen unter der Armutsgrenze lebenden Bürger des 1,2-Milliarden-Einwohner-Staats in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Bihar gehört zu den ärmsten aller Bundesstaaten.
(AFP/dpa)

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