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Indien : Kongresspartei erwägt Kastration von Vergewaltigern

01.01.2013 16:42 Uhr

Die Regierungspartei diskutiert einen Katalog von Strafverschärfungen. Unterdessen wurde ein Bombenanschlag auf einen Verdächtigen vereitelt. Die Demonstrationen gehen weiter.

Nach dem Tod der vergewaltigten Inderin erwägt die regierende Kongresspartei Medienberichten zufolge einen Gesetzesvorstoß zur chemischen Kastration von Vergewaltigern. Das gehöre zu einem Katalog schärferer Strafen, die diskutiert würden, berichtete unter anderem die „Economic Times“ unter Berufung auf Parteikreise.

Am Donnerstag soll gegen sechs Beschuldigte Anklage wegen Mordes erhoben werden. Das Gericht legt danach ein Datum für den Beginn des Prozesses fest.

Die Polizei verhinderte am Silvesterabend einem Medienbericht zufolge einen Bombenanschlag auf das Haus eines der Tatverdächtigen. Ein mutmaßlicher Bombenleger sei festgenommen worden, zwei weitere hätten fliehen können, berichtete die Nachrichtenagentur IANS am Dienstag unter Berufung auf die Polizei.

Zwei selbstgebaute Sprengsätze seien sichergestellt worden. Anwohner des Slums im Süden Neu-Delhis hätten die Polizei alarmiert, als die drei Männer gedroht hätten, das Haus des Beschuldigten in die Luft zu sprengen.

Die oppositionelle hindu-nationalistische BJP forderte am Montag Schnellverfahren und die Todesstrafe für Vergewaltiger. Der Bruder des Opfers sagte der Zeitung „Indian Express“: „Wir wollen die Beschuldigten hängen sehen, und wir werden dafür bis zum Ende kämpfen.“ Die junge Frau war am 16. Dezember von mehreren Männern in einem Bus vergewaltigt und so schwer misshandelt worden, dass sie an den Folgen starb.

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi demonstrierten auch am Montag und am Neujahrstag wieder Hunderte Menschen. Wegen des Verbrechens wurden zahlreiche Silvesterpartys gestrichen. Große Traditionsclubs in Neu-Delhi sagten ihre Feiern ab und luden stattdessen zu Mahnwachen ein. Die indische Armeeführung rief alle Einheiten dazu auf, auf Partys zum Jahreswechsel zu verzichten. Die Chefin der Kongresspartei, Sonia Gandhi, appellierte ebenfalls an Parteimitglieder, nicht zu feiern. Am zentralen Connaught Place blieb es in der Neujahrsnacht ungewohnt ruhig. Der Nachrichtensender NDTV berichtete, auf dem Platz seien um Mitternacht mehr Polizisten als Partygänger zu sehen gewesen. dpa

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