Indien : Viele Tote bei Massenpanik

Bei einer Massenpanik in einem Fluthilfezentrum der südindischen Hafenstadt Madras sind mindestens 42 Menschen zu Tode getrampelt worden. Zum Hergang der Katastrophe gibt es unterschiedliche Darstellungen.

Neu Delhi - Die Polizei teilte mit, 37 Menschen seien verletzt worden. Rund 4000 Flutopfer hätten vor einer Schule angestanden, wo Entschädigungsgelder und Hilfsmittel verteilt werden sollten. «Sobald das Tor geöffnet wurde, drückten die Massen nach drinnen», sagte ein Polizist. Unter den Toten seien 23 Frauen.

Zum Hergang der Katastrophe gab es unterschiedliche Darstellungen. Nach offiziellen Angaben flohen die Menschen vor heftigem Regen, der einsetzte, als sie vor der Schule warteten. Augenzeugen sagten dagegen, die Menschen seien in die Schule gestürmt, weil sie dachten, dass dort bereits Hilfe für Flutopfer verteilt werde. Sonntag war der letzte Tag, um Fluthilfe abzuholen.

Shannthi Puranam kam bei der Massenpanik knapp mit dem Leben davon - er ist schockiert. «Es gab eine Menge Tumult, überall weinten und schrien Menschen», sagte er der dpa. «Viele Leute rannten über mich hinweg. Ich habe es irgendwie geschafft, mich an einen sicheren Platz zu retten. Für mich ist es heute wie eine Wiedergeburt.» Ein Augenzeuge sagte einem Fernsehsender, sein älterer Bruder sei bei der Massenpanik getötet worden, sein Cousin werde vermisst.

Nach dem tragischen Vorfall lagen in der Schule Schuhe, Taschen und Regenschirme herum. Polizisten versuchten, Opfer anhand persönlicher Gegenstände zu identifizieren. Die Ministerpräsidentin des Bundesstaats Tamil Nadu, J. Jayalalitha, sagte, die Menschen hätten die Polizeibarrieren durchbrochen, als sie in die Schule stürmten. Sie kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

Es ist bereits die zweite Massenpanik in einem Hilfezentrum für Flutopfer in Madras, der Hauptstadt Tamil Nadus, in den vergangenen Wochen. Am 6. November waren bei einem ähnlichen Vorfall sechs Frauen getötet und zehn weitere verletzt worden. Indiens Süden leidet seit September unter schweren Regenfällen. Die Fluten kosteten mehr als 200 Menschen das Leben. (tso/dpa)

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