Indonesien : Über 500 Menschen nach Fährunglück vermisst

Nach einem Fährunglück in Indonesien haben die Behörden mehr als 500 Menschen als vermisst gemeldet. Die Fähre "Senopati Nusantara" kenterte vor der Küste der Hauptinsel Java.

Jakarta - Das Schiff war demnach mit mindestens 540 Passagieren an Bord unterwegs von der Hafenstadt Kumai in der Provinz Kalimantan auf Borneo in Richtung Semarang auf Java. Über die Zahl der Passagiere gab es widersprüchliche Angaben, die zwischen 500 und 850 Menschen schwankten. Das lokale Fernsehen Metro TV berichtete 542 Passagiere, während die Marine von rund 850 Menschen sprach. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Antara berichtete, sind bislang 38 Überlebende geborgen worden. Wegen schlechter Wetterbedingungen und meterhohen Wellen müssten die Rettungsarbeiten zwischendurch unterbrochen werden. Eines der beiden Rettungsboote der Fähre wurde den Angaben zufolge leer gefunden.

Etwa eine Stunde vor Mitternacht sei der Funkkontakt zu der Fähre abgebrochen, teilte ein Hafensprecher der Provinz Kalimantan mit. Das Schiff sei etwa 30 Kilometer südöstlich der Insel Mandalika gekentert. Ein Sprecher in Semarang sagte, wegen der schweren See seien zwei ausgesandte Rettungsboote zunächst wieder in den Hafen zurückgerufen worden. Die Wellen hätten sich bis zu vier Meter hoch aufgetürmt. Marinekommandant Yan Simanora berichtete laut indonesischem Radio, Hubschrauber und Schiffe seien in dem Seegebiet, um Überlebende zu finden, doch behindere das schlechte Wetter die Rettungsarbeiten.

In Indonesien transportieren Schiffe häufig mehr Passagiere als behördlich zugelassen. Weil Schiffspapiere nicht immer zuverlässig oder genau ausgefüllt werden, ist es für Behörden hinterher auch immer schwer, die genaue Zahl der Opfer zu nennen. In Indonesien passieren viele Unglücke mit Schiffen. Häufig werden auch Sicherheitsvorschriften nicht beachtet. Wegen der 17.000 Inseln des Landes sind Fähren und Schiffe ein wichtiges Transportmittel. (tso/AFP/dpa)

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