Welt : Inseln im Eis

Kälte behindert Verkehr – auch nach Wangerooge.

Festgefroren auf dem Main. Foto: dpa
Festgefroren auf dem Main. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Der anhaltende Frost hat am Dienstag den Verkehr in Deutschland massiv behindert: Der ADAC war im Dauereinsatz auf den Straßen, Flugpläne kamen durcheinander, die Binnenschifffahrt stand teilweise still und auch der Weg zu Inseln in der Nordsee war mit Eis versperrt.

Drei der ostfriesischen Inseln, Wangerooge, Juist und Spiekeroog, können von Fähren jetzt nicht mehr angefahren werden. Auch der Mittellandkanal als Verbindung zwischen Elbe und Dortmund- Ems-Kanal wird nach und nach gesperrt. Auf der Elbe sollte der Schiffsverkehr zwischen der tschechischen Grenze bis zur Saale eingestellt werden. Ab Magdeburg Richtung Norden ist sie schon gesperrt. Der Schifffahrt auf der Mosel droht ebenfalls der Stillstand.

Durch Schneefälle kam es am Morgen auch zu Behinderungen im Luftverkehr. In München mussten die Start- und Landebahnen immer wieder abwechselnd geräumt werden. Außerdem wurden sämtliche Maschinen vor dem Start enteist. Es kam zu Verspätungen. Ähnliches wurde von anderen Flughäfen gemeldet.

Probleme mit der eisigen Kälte haben auch weiterhin die Autofahrer: Der ADAC berichtete erneut von hunderten Notrufen, weil Dieselfahrzeuge mit ausgeflocktem Kraftstoff liegen blieben. Eine Sprecherin erklärte, bei Dieselfahrzeugen sei das zurzeit nach Batterieproblemen der zweithäufigste Grund für die Panne. Paraffin aus dem Dieselkraftstoff wird bei deutlich unter minus 20 Grad fest und verstopft den Dieselfilter. Der Wagen muss dann aufgetaut werden.

Die klirrende Kälte macht auch den deutschen Bauern mehr und mehr Schwierigkeiten. Der anhaltende Frost lasse die Energiekosten fürs Heizen steigen, Wasserleitungen einfrieren und könne eventuell auch bei der Saat zu Schäden führen, teilte der Bauernverband am Dienstag mit. Dies gelte vor allem, wenn auf Äckern nur eine dünne Schneedecke liege, weil Schnee für Feuchtigkeit sorge. Mögliche Folgen für die Ernte könnten noch nicht abgeschätzt werden.

Die deutsche Herzstiftung warnt jetzt auch vor gesundheitlichen Folgen der Kälte. Minusgrade, wie es sie derzeit gibt, könnten bei zusätzlicher Anstrengung zu einem Herzinfarkt führen. Schneeschippen sollten Menschen mit Herzproblemen sein lassen. dpa/dapd

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben