• Insolvente Fluggesellschaft: Streikbedingtes Chaos auf italienischen Flughäfen

Insolvente Fluggesellschaft : Streikbedingtes Chaos auf italienischen Flughäfen

Ein wilder Streik von Beschäftigten der Fluggesellschaft Alitalia hat am Dienstag zu chaotischen Verhältnissen auf italienischen Flughäfen geführt: Dutzende Flüge fielen aus und vor den Check-in-Schaltern bildeten sich meterlange Warteschlangen.

Alitalia
Wer am Dienstag mit Alitalia reiste, musste viel Geduld mitbringen. -Foto: AFP

RomEin Streik bei der insolventen Fluggesellschaft Alitalia hat am Dienstag zum Ausfall zahlreicher Flüge, zu langen Warteschlangen beim Einchecken und erheblichen Verspätungen geführt. Besonders chaotisch war die Lage auf den Flughäfen Rom-Fiumicino und Mailand. Hunderte Passagiere saßen dort fest. Der illegale eintägige Ausstand war von einer kleinen Alitalia-Gewerkschaft ausgerufen worden, die sich gegen den von einer Investorengruppe vorbereiteten Rettungsplan für die marode Airline stemmt. Die großen Gewerkschaften schlossen sich dem Streik nicht an.

Allein in Rom-Fiumicino fielen bis zum Mittag mindestens 25 Flüge aus, darunter auch internationale Verbindungen nach Nordamerika und Nahost. Etwa 20 Flugzeuge starteten mit teilweise großer Verspätung. Schon am Montag hatte Dienst nach Vorschrift zu einem Chaos geführt.

14 Streiktage stehen bevor

Verkehrsminister Altero Matteoli konnte die Arbeitsniederlegung auch mit einer Dienstverpflichtung nicht verhindern. Er drohte den Streikenden am Dienstag daraufhin mit dem "Strafgesetzbuch" und sagte, er erhalte Anrufe von Alitalia-Piloten, die arbeiten wollten.

Der Rettungsplan der privaten Investorengruppe CAI sieht vor, gut 12.500 der etwa 17.000 Alitalia-Stellen zu erhalten. Sie ist nicht zu weiteren Verhandlungen bereit. Die großen Gewerkschaften erwägen 14 Streiktage in den nächsten Monaten, sollte die CAI hart bleiben.

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi will ausländische Gesellschaften an der "neuen Alitalia" beteiligt sehen. Jüngsten italienischen Medienberichten zufolge könnte dies Air France-KLM mit einem Aktienanteil von 20 Prozent und 200 Millionen Euro sein. (sgo/dpa)

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