Interview : "Erfinden heißt analysieren"

Am Montag startete auf Tagesspiegel Online das Schreibspiel "Sensation!". Wir haben mit Frank Munser-Herzog, dem Mann hinter der "Sensation!", über sein Spiel gesprochen - und darüber, wie man Erfinder wird.

Beim Online-Spiel "Sensation!" geht es um Schnelligkeit und Kreativität. Man bekommt per Zufallsgenerator ein Thema sowie vier Worte vorgesetzt und hat fünf Minuten Zeit, daraus eine Geschichte zu machen. Als Belohnung winkt die Veröffentlichung der Geschichte auf der Titelseite von Tagesspiegel Sensation!

Erfunden hat das Spiel der Berliner Produktentwickler Frank Munser-Herzog. Der 38-Jährige arbeitet in seinen Traumjob: Er ist Erfinder. An der FHTW in Karlshorst leitet er darüber hinaus ehrenamtlich einen Erfinder-Club. Tagesspiegel Online hat er erzählt, wie alles begann:



TAGESSPIEGEL ONLINE: Herr Munser-Herzog, Sie sagen, Sie seien von Beruf Erfinder. Da denkt man an Daniel Düsentrieb und Reagenzgläser und Explosionen in der Werkstatt.



Ach, alles hat damit angefangen, dass sich meine Frau eine Gutenacht-Geschichte von mir wünschte und ich von ihr zwei Stichwörter verlangte. Da dachte ich: Eigentlich eine gute Spiel-Idee. Diese Idee habe ich dann aus Erfindersicht analysiert und weiterverfolgt.

Und wie waren die ersten Reaktionen?

Meine Frau war skeptisch. Aber das ist die notorische Skepsis der Erfinderfrau. Denn ich habe ständig Ideen. Dann habe ich eine erste Variante des Spiels mit Papierschnipseln gebastelt und im Erfinder-Club getestet. Und: es hat allen total Spaß gemacht. Im Grunde genommen war bei allen Interesse da - bloß nicht bei den großen Spiele-Herstellern. Und so wurde aus dem Offline-Spiel ein Online-Spiel oder besser: ein Tagesspiegel Online-Spiel.

Haben Sie schon mal etwas Ähnliches erfunden?

Ja, ich hatte mal für ein Frisörgeschäft in Friedrichshain ein Single-Spiel entwickelt. Da ging es darum, neue Stammkunden zu gewinnen. Allein stehende Männer und Frauen sollten angelockt werden. Es hat funktioniert.

Sie hatten etwas von einem Erfinder-Club gesagt. Was ist das?

Der Erfinder-Club gehört zum Insti-Netzwerk, das bedeutet Innovationsstimulierung. Das ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Erfinder-Plattform. Der Club an der FHTW ist einer von mehreren Erfinder-Clubs in Berlin. Man trifft sich und spricht über Ideen, deren Vermarktung oder Produktion.

Gibt es in Berlin denn viele Erfinder und kreative Köpfe?

Aus meiner Sicht schon. Es wird bloß nicht so richtig kommuniziert.

Was werden Sie als nächstes erfinden?

Ein Spiel zur Fußball-WM. Es soll diejenigen begeistern, die Fußball-Fans sind, vor allem aber soll es diejenigen begeistern, die Fußball hassen. Das Unmögliche soll möglich gemacht werden.

Wir sind gespannt und danken für das Gespräch.

Die Fragen stellte Markus Horeld ()

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