• Islamische Staaten fordern Religionsschutz Neue Proteste gegen Schmähvideo über Mohammed

Welt : Islamische Staaten fordern Religionsschutz Neue Proteste gegen Schmähvideo über Mohammed

Karachi - Die Proteste gegen das Schmähvideo „Die Unschuld der Muslime“ reißen nicht ab. In der pakistanischen Stadt Karachi machten am Samstag wieder tausende Anhänger radikalislamischer Gruppen ihrem Unmut über das in den USA produzierte Video Luft. Die Teilnehmer der Protestaktion versammelten sich im Geschäftsviertel der Stadt und riefen „Nieder mit Amerika“. Ein Redner forderte eine strenge Bestrafung des Filmproduzenten, andere die Ausweisung des amerikanischen Botschafters. Ein Polizeibeamter schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 15 000.

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem islamfeindlichen Mohammed-Video war am Freitag in den USA verhaftet worden. Ihm werden Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen nach einer früheren Verurteilung vorgeworfen, wie US-Medien berichteten. Der 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula durfte unter anderem nur mit Zustimmung seines Bewährungshelfers einen Computer und das Internet benutzen. Nakoula war nach der Veröffentlichung des Videos untergetaucht. Der Film „Unschuld der Muslime“, der den Propheten Mohammed als Frauenheld, Homosexuellen und Päderasten schildert, wurde im Sommer 2011 in der Nähe von Los Angeles gedreht und später in Ausschnitten ins Internet gestellt.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) rief unterdessen die Regierungen weltweit zu einem stärkeren Schutz von Religionen auf. Dazu gehöre auch eine „notwendige Gesetzgebung gegen Akte, die zu Hass, Diskriminierung und Gewalt gegen Personen aufgrund ihrer Religion anstacheln“, heißt es in einer am Samstag in New York veröffentlichten Erklärung der OIC-Außenminister. Der Verband von 47 islamischen Staaten reagierte damit auf das Schmähvideo und auf Mohammed-Karikaturen in der französischen Zeitschrift „Charlie Hebdo“. Die OIC sprach von „unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit“ verbreitetem Material. Es handle sich um „islamophobische Akte“, die das international garantierte Recht auf Religionsfreiheit verletzten und mehr als eine Milliarde Muslime weltweit beleidigten. dpa/AFP/KNA

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