Welt : ISS: Lahmer Flügel

Die internationale Raumstation ISS umrundet die Erde mit einem lahmen Flügel. Die Astronauten der US-Raumfähre Endeavour entfalteten in der Nacht zum Dienstag bei einem Weltraumspaziergang das zweite Sonnensegel der Internationalen Raumstation ISS, doch das schon am Sonntag geöffnete erste Segel ließ sich zunächst weiterhin nicht voll aufspannen.

Dennoch lieferten beide Segel bereits zu jeweils 100 Prozent Energie, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit.

In knapp dreistündiger Arbeit hatten die Endeavour-Astronauten das zweite Sonnensegel entfaltet. Nach Angaben der Bodenzentrale der NASA in Houston (Texas) wurde der riesige Flügel Stück für Stück, Meter für Meter durch Computer-Befehle ausgebreitet. Am Sonntag hatte sich das erste der beiden Sonnensegel zur Energieversorgung der ISS zwar geöffnet, aber es wurde nicht ganz straff.

Um eine Wiederholung zu vermeiden, gingen die Astronauten bei ihrer Arbeit am zweiten Flügel langsamer vor. Weiterhin suchte die NASA nach Möglichkeiten, das "lahme" Segel zu straffen.

Die Astronauten Joseph Tanner und Carlos Noriega hatten die riesigen, rund 600 Millionen Dollar (1,32 Milliarden Mark) teuren Sonnensegel während eines Außeneinsatzes im freien Weltall an der Raumstation installiert.

Beim nächsten Ausstieg der Astronauten in der Nacht zum Mittwoch wollten die Astronauten am Modul "Unity" die Vorrichtungen zum Andocken des amerikanischen Wissenschaftsmoduls "Destiny" im nächsten Jahr anbringen.

Am Freitag wollen die Astronauten endlich die Langzeitbesatzung an Bord der ISS besuchen. Dabei spielen die Endeavour-Astronauten für ihre Kollegen Bill Shepherd, Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow den Weihnachtsmann, denn sie bringen von der Erde einen Sack mit Weihnachtsgeschenken mit. Am 11. Dezember soll die Endeavour mit ihren fünf Besatzungsmitgliedern nach den bisherigen Plänen wieder auf der Erde landen.

Die dreiköpfige Langzeit-Crew der Raumstation war Anfang November in ihr 60 Milliarden Dollar teures Domizil eingezogen. Vier Monate soll das Team in der ISS arbeiten. Dann wird es von den nächsten Kollegen abgelöst.

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