ISS : Weltraumtouristin herzlich empfangen

Der Kindheitstraum der iranischstämmigen US-Geschäftsfrau Anousheh Ansari ist wahr geworden. Als erste Weltraumtouristin hat sie die Internationale Raumstation ISS betreten.

Korolew/Cape Canaveral - Freudig strahlend verließ die 40-Jährige zusammen mit dem US-Astronauten Michael Lopez-Alegria und dem russischen Kosmonauten Michail Tjurin die Sojus-Kapsel, die zuvor an die ISS angedockt hatte. Live-Bilder des russischen Kontrollzentrums zeigten die Neuankömmlinge und die ISS-Besatzung, darunter der Deutsche Thomas Reiter, in herzlicher Umarmung.

Beim Anblick der ersten Bilder der Weltraumabenteurerin in gelbem Polo-Shirt und schwarzer Schirmmütze brach am Kontrollzentrum in Korolew bei Moskau tosender Applaus los. "Sie hat Geschichte geschrieben", freute sich Ehemann Hamid Ansari. Schwester Atousa Raissyan betonte, sie habe immer gewusst, dass ihre Schwester den lange gehegten Kindheitstraum eines Tages wahr machen würde. Ansaris Mitreisender Tjurin versicherte der Familie: "Wir werden auf sie aufpassen." Die Millionärin und ihre beiden Begleiter waren am Montag vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet.

Ansari bleibt acht Tage auf der ISS

In einem sechsmonatigen Training in der "Sternenstadt" bei Moskau hatte sich die erfolgreiche Geschäftsfrau auf die kostspielige Mission vorbereitet. Während ihres etwa achttägigen Aufenthalts auf der ISS soll Ansari Fotos und einen Videofilm aufnehmen sowie mehrere Forschungsprojekte verfolgen. Zusammen mit den derzeitigen ISS-Crewmitgliedern, Pawel Winogradow und Jeffrey Williams, soll sie am 28. September den Rückflug antreten. Lopez-Alegria und Tjurin bleiben zusammen mit Reiter in der ISS. Der Weltraumausflug kostete Ansari Schätzungen zufolge umgerechnet 20 Millionen Euro.

Wegen eines verdächtigen Geruchs, der am Montag kurzzeitig Alarm an der ISS ausgelöst hatte, untersuchte die Besatzung am Mittwoch die Sauerstoffsysteme und schaltete das betroffene Versorgungssystem ab. Ein Bauteil des "Electron" genannten Systems habe sich überhitzt, erläuterte ein verantwortlicher russischer Ingenieur. Da es nach Angaben der russischen Weltraumbehörde Roskosmos zwei weitere Systeme zur Sauerstoffversorgung gibt, entstehe daraus kein Problem. Das System war während der Abkopplung der "Atlantis" kurzzeitig abgestellt worden und sonderte bei Wiederinbetriebnahme einen Brandgeruch ab. (tso/AFP)

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