Welt : Ist der echt?: Security - Was uns der Euro bringt

Wenige Geheimnisse hütet die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt so beflissen wie die Sicherheitsmerkmale des Euro. Die neuen Scheine wird es im Wert von 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 geben; es fehlt also nur der Tausender. Verziert sind die Banknoten mit Darstellungen von Brücken, Toren und Fenstern nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Robert Kalina. Euros im Wert von rund 800 Milliarden müssen bis Ende dieses Jahres an Ort und Stelle sein, damit das neue Geld fließen kann. Allein die rund 2,6 Milliarden Euro-Scheine für den Umlauf in Deutschland ergäben gestapelt eine Säule, die fünfzigmal so hoch wäre wie der Mount Everest.

Die EZB wird die Sicherheitsmerkmale erst im letzten Quartal 2001 bekannt geben. Einerseits will sie die Bürger möglichst frühzeitig mit dem neuen Geld vertraut machen, die Geldfälscher andererseits aber möglichst lange über das Aussehen der neuen Banknoten im Unklaren lassen. Einprägen werden die EU-Bürger sich die Merkmale der neuen Geldscheine ohnehin erst, wenn sie die Banknoten in Händen halten. Zu hoffen bleibt, dass diese trotz der Herstellung in elf verschiedenen Druckereien identisch aussehen und Fälschern wegen möglicher kleiner Abweichungen nicht die Arbeit erleichtern werden. Mehr Verwirrung dürften die Euro-Münzen stiften, von denen allein für Deutschland etwa sechs Milliarden geprägt werden müssen - so viele, dass man mit dem Klimpergeld einen 73 Kilometer langen Zug mit 5200 Güterwagen füllen könnte. Anders als bei den Banknoten werden die Euro-Geldstücke national unterschiedliche Rückseiten aufweisen - anfängliches Misstrauen ihnen gegenüber ist nicht auszuschließen. Doch ein "italienischer" Euro wird ebenso viel wert sein wie ein "belgischer" oder "deutscher". Bei den Euro-Münzen fehlt der Heiermann, also der Fünfer. Dafür wird es bei den Cent-Münzen neben den vom Pfennig her bekannten Werten zusätzlich eine 20-Cent-Münze geben.

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