Welt : Ist der echt?: Warenkunde - Fälscher mögen Münzen

Münzfälschungen fallen wesentlich weniger ins Gewicht als fingierte Banknoten. Der Falschgeld-Experte Karlheinz Walz meint, dass sie "eher eine Domäne der Einzeltäter und Hobbybastler sind, nicht aber der Organisierten Kriminalität". Sie haben jedoch aus Sicht der Kriminellen den Vorteil, im täglichen Zahlungsverkehr noch weniger als Banknoten auf Echtheit geprüft zu werden. Und das Entdeckungsrisiko ist äußerst gering. Im Jahr 1999 registrierte die Bundesbank rund 26800 gefälschte Münzen, 34 Prozent mehr als im Vorjahr, doch deutlich weniger als im Rekord-Jahr 1996 (rund 35400 Stücke). Rund 98 Prozent der gefälschten Münzen waren 5-Mark-Stücke.

Eine solche Münze verschaffte auch dem Leiter der Bundesbank-Falschgeldstelle seinen einzigen Erstkontakt mit gefälschtem Geld. Während eines Praktikums bei der Landeszentralbank in Neustadt an der Weinstraße hielt Dietmar Thiele plötzlich einen ungewöhnlich schweren "Heiermann" in der Hand. "Es war ein 5-Mark-Stück aus Blei, das leicht auffällt, weil es schwerer ist als normal und mit dem man auf Papier einen schwarzen Strich ziehen kann", erinnert sich der Experte.

Einen erheblichen Mehrwert versprachen sich Münzfälscher davon, dass sie 1992 im Hamburger Raum in größerer Stückzahl polnische 20-Zloty-Münzen in Umlauf brachten, die selber damals nur 0,3 Pfennig wert waren. Sie sollten indes durch einen Überzug aus einer täuschend echt geprägten Metallfolie in Gestalt einer 5-Mark-Münze ihre Urheber reich machen - vergebens.

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