Italien : Ehekrach im Hause Berlusconi

Veronica Lario, Ehefrau des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi, hat in einem offenen Brief eine Entschuldigung ihres Gatten verlangt. Grund: Ihr Mann habe kürzlich anderen Frauen in aller Öffentlichkeit den Hof gemacht.

Rom - "Silvio hat meine Würde verletzt", heißt es in dem offenen Brief, den die römische Zeitung "La Repubblica" ganzseitig abdruckte. "Ich fordere eine öffentliche Entschuldigung."

"Einen solchen Rosenkrieg hat es in Italien niemals zuvor gegeben", meinte ein Kommentator im Staatsfernsehen RAI. "Das ist kein Spaß, die Frau meint es ernst." Nach Worten der eifersüchtigen Gattin hatte Berlusconi bei einem Galaabend seines TV-Senders Mediaset zu einem jungen Starlet gesagt: "Wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich Sie sofort heiraten. Ich würde Ihnen überallhin folgen."

Auch Multimilliardär Berlusconi äußerte sich am Mittwoch über seine Gattin: "Veronica ist eine ganz besondere Frau. Es war die totale Leidenschaft. Sie hat mich niemals blamiert", sagte er in einem vorab veröffentlichen Interview der Zeitung "Corriere della Sera". Unklar war, ob Oppositionschef Berlusconi bei diesen Worten bereits vom offenen Brief seiner Frau wusste.

"Ich habe Silvio nie gewählt"

Sie habe in den 27 Jahren, in denen sie mit Berlusconi zusammen ist, stets Konflikte vermieden, "auch wenn sein Verhalten dazu Anlass gab", klagte die attraktive Ex-Schauspielerin. Mit ihrem Auftritt gehe es ihr auch um die Würde ihrer Töchter. Frau Berlusconi hatte sich schon des Öfteren gegen ihren Mann gestellt, in ihrer Biografie "Tendenza Veronica" gesteht sie: "Ich habe Silvio nie gewählt, ich habe Sympathien für die Sozialisten." Sie sei auch gegen den Irak-Krieg gewesen.

Auch sonst hielt sie in dem Buch nicht mit Kritik an ihrem Gatten hinter dem Berg: "Er hat immer ein Telefon am Ohr, selbst beim Weihnachtsessen." Richtig freuen könne er sich lediglich über Siege seines Fußball-Clubs AC Mailand. Aber auch Berlusconi hat es an öffentlichen Ehebekenntnissen nicht fehlen lassen: Einmal behauptete er, seine Frau habe ihn zum Liften seiner erschlafften Gesichtshaut gedrängt. Und vor einem Jahr versprach er vor den Parlamentswahlen, er wolle Monate lang auf Sex verzichten. (tso/dpa)

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