Italien : Päpstlicher Segen für Olympische Fackel

Mit dem Segen von Papst Benedikt XVI. und unter dem Jubel der Römer hat der Staffellauf der olympischen Fackel quer durch Italien begonnen.

Rom - Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi übergab das Feuer am Donnerstagmorgen in der italienischen Hauptstadt an Marathon-Olympiasieger Stefano Baldini, der als erster Träger mit der Fackel bis zum Trevi-Brunnen lief. «Es werden großartige und gut organisierte Spiele werden», sagte Ciampi bei der Übergabe der Fackel, mit der am 10. Februar 2006 in Turin das Feuer der XX. Olympischen Winterspiele entzündet werden wird.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, bezeichnete die Olympische Flamme «als ein Zeichen des Friedens und der Brüderlichkeit zwischen den Völkern und Generationen». Der 64-tägige Fackellauf werde «eine Flut der Begeisterung durch das ganze Land tragen», sagte Rogge. Besonderen Applaus erntete der IOC-Präsident, als er sich bei der Feier vor dem Quirinalspalast nach seiner auf Englisch gehaltenen Rede mit den Worten «Ci vediamo a Torino 2006» («Wir sehen uns 2006 in Turin») auf Italienisch von den Römern verabschiedete.

Über 11.300 Kilometer hinweg werden tausende Staffelläufer die Fackel bis nach Turin tragen. In den ersten beiden Tagen wird die Fackel dabei in Rom bleiben. Vorbei an weltberühmten Monumenten wie dem Kolosseum und dem Pantheon trugen die Staffelläufer das Feuer am Donnerstag über die Piazza Navona bis hin zum Petersplatz. Dort segnete der Papst die olympische Fackel vom Fenster des Apostolischen Palastes aus. «Diese Flamme möge alle an die Werte des Friedens und der Brüderlichkeit erinnern, die die Basis der Olympischen Spiele sind», sagte Papst Benedikt. Er fühle sich geehrt, die Olympische Fackel segnen zu dürfen.

Ein Schweizer Gardist und ein Beamter der Vatikanischen Polizeiwache hatten die Fackel gemeinsam zur Segnung auf den Petersplatz getragen. Insgesamt werden 10.000 Fackelträger die Flamme durch alle Regionen Italiens sowie kurz in die angrenzenden Länder Österreich, Schweiz, Slowenien und Frankreich tragen. Alle italienischen Goldmedaillengewinner der Spiele von Athen 2004 und Salt Lake City 2002 werden sich in die Riege der Fackelträger einreihen.

Vorbei an italienischen Wahrzeichen wie dem Schiefen Turm von Pisa oder dem Markus-Platz in Venedig wird die vom Autodesigner Pininfarina entworfene Fackel am 26. Januar zum 50-jährigen Jubiläum der letzten Winterspiele in Italien nach Cortina d'Ampezzo gebracht. Wer das Olympische Feuer bei der Eröffnungsfeier in Turin entzünden darf, soll bis zum 10. Februar ein Geheimnis bleiben. Als heißester Favorit wird Italiens Ski-Legende Alberto Tomba gehandelt. (Von Bernhard Krieger, dpa)

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