Italien : Rom lehnt Flüchtlinge aus Libyen ab

Ungeachtet internationaler Proteste setzt Italien seine harte Linie gegen illegale Einwanderer fort und schickt erneut 240 Bootsflüchtlinge nach Libyen zurück.

RomDie Flüchtlinge waren in internationalen Gewässern zwischen Malta und Italien aufgegriffen worden. Die italienische Küstenwache brachte sie direkt nach Libyen zurück. Innenminister Roberto Maroni von der ausländerfeindlichen Lega Nord sagte dazu: "Dieser harte Kurs wird ganz klar fortgesetzt, bis der Ansturm nachlässt." Auch Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekräftigte die neue Linie. Italien habe jedes Recht, die Flüchtlinge zurückzuschicken, so lange sie noch nicht italienischen Boden betreten hätten, sagte er am Samstag. Zehntausende Flüchtlinge aus Afrika wagen jedes Jahr die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer.

Erstmals hatte Italien am Donnerstag 227 Bootsflüchtlinge direkt nach Afrika zurückgebracht. Sie waren zuvor von einem italienischen Tanker gerettet worden. Dagegen protestierte der Vatikan: Diese Praxis verletze die internationalen Normen über die Rechte der Flüchtlinge, erklärte Monsignor Agostino Marchetto vom Päpstlichen Rat für Flüchtlinge und Migranten. Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen forderte, schutzbedürftigen Flüchtlingen den Zugang nach Europa und zur europäischen Asylrechtsprozedur zu gewähren. (aku/dpa)

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